"Kids for Nature": EWF zeichnet tolle Projekte in Waldeck-Frankenberg aus

Auf der Jugendburg Hessenstein fand die Siegerehrung der Projekte statt. Die Kids präsentierten der Jury, Betreuern und Eltern dort nochmals ihre Projekte.
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Auf der Jugendburg Hessenstein fand die Siegerehrung der Projekte statt. Die Kids präsentierten der Jury, Betreuern und Eltern dort nochmals ihre Projekte.

14 Projekte aus den Bereichen Natur, Umwelt, Klima und Energie wurden mit mehr als 4.000 Euro belohnt. Und die Kids zeigen den Erwachsenen wieder einmal, wie Umdenken geht.

Vöhl - Derzeit scheint ein Thema Deutschland und ganz Europa zu bewegen, wie kein anderes. Die Rede ist von der Klimapolitik. Sich ihr zu entziehen scheint fast unmöglich – und das ist auch gut so. Die Politik diskutiert, die Jugend demonstriert. Das Ziel ist dabei das gleiche. Aber der richtige Weg ist noch nicht gefunden. Nur so viel steht fest: Klima- und Umweltpolitik geht uns alle an. Jeder kann seinen Beitrag leisten. Im Landkreis passiert ebenfalls einiges – und auch hier zeigen uns die Jüngsten wieder einmal, wie es geht.

„Kids for Nature“ ist eine Initiative der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), die Projekte aus den Bereichen Natur, Umwelt, Klima und Energie fördert. An vielen Schulen, Kindergärten, Vereinen und Einrichtungen gibt es tolle Ideen und Projekte. Bei der 11. Auflage der EWF-Initiative wurden nun 14 von ihnen auf der Jugendburg Hessenstein ausgezeichnet und mit Preisgeldern belohnt.

„Es liegt auf der Hand, wir müssen mehr für Klima und Umwelt tun“, sagte Landrat Dr. Reinhard Kubat, der Schirmherr der Initiative ist. Die Jury setzte sich aus Vertretern von NABU, EWF, Kreishandwerkerschaft und Landkreis zusammen und würdigte Projekte in den Kategorien Lebensräume, Basteln, Klima und Müll, Energie sowie Garten und Spielen.

Im Bereich Lebensräume wurden der Gemeindekindergaten Marienhagen, der Kindergarten Dorfitter und der Kindergarten Immighausen für ähnliche Projekte ausgezeichnet. Sie haben Wildblumenwiesen und Insektenhotels angelegt. Die Grundschule „Neuer Garten“ möchte ein Trockenbiotop für Insekten und Pflanzen auf dem Schulgelände erschaffen und dafür die Teerflächen im Schulinnenhof aufbrechen. Die Ederseeschule Herzhausen legt ein Insektenparadies an mit Wildblumenwiese sowie Totholz- und Steinaufbauten.

Die Preisträger im Bereich Basteln sind die Jugendfeuerwehr Obernburg, die modische Turnbeutel aus alter Feuerwehrkleidung näht, und die Schule am Goldberg in Allendorf/Eder. Dort haben Schüler Kunstobjekte, zum Beispiel Tierfiguren, aus Müll gebastelt. Upcycling nennt sich diese Form von Müllverwertung.

In der Kategorie Klima und Müll wurde die Evangelische Kindertagesstätte „Am Eulenturm“ in Fritzlar ausgezeichnet. Dort beschäftigen sich die Kinder mit den Themen Müllvermeidung und analysieren wie viel, und welche Art von Müll anfällt. In dieser Kategorie wurde auch die Karl-Preising-Schule in Bad Arolsen ausgezeichnet. Dort fand eine Klimawoche statt, in der es unter anderem um die Optimierung des Heizverhaltens und die Vermeidung und Trennung von Müll ging.

Die Energiedetektive des Vöhler Gemeindekindergartens haben ein Energielogbuch erstellt, in dem es um Eigen- und Fremdenergie geht und in dem Fragen geklärt werden wie: Wo kommt der Strom her, wie gehen wir sorgfältiger mit Energie um oder wo kann man Energie sparen? Die Kinder im DRK Familienzentrum Battenberg haben Windmühlen mit Solarenergie gebastelt, die zukünftig mittels Stromzähler die Energieleistung dokumentieren sollen.

Im Bereich Garten und Spielen wurden die Kita Sinai in Vasbeck ausgewählt, wo eine Spiel- und Matschwiese ausgebaut wurde, die Auenbergschule in Odershausen, wo ein Hochbeet für Gemüse gebaut wurde, sowie die Schule am Enser Tor in Korbach für ihre Terra Preta in der Bäckerkiste. Hier werden mit Hilfe eines speziellen Komposteimers, dem sogenannten Küchen-Bokashi, pflanzliche Abfälle fermentiert. Vermischt mit Pflanzenerde entsteht Schwarzerde, die zu enormen Pflanzenwachstum beiträgt. In Bäckerkisten gestapelt ermöglicht ein bestimmter Rhythmus beim Positionstausch bis zu drei Ernten in einem Jahr.

Das Projekt hat die Jury so beeindruckt, dass dafür ein Sonderpreisgeld über 500 Euro ausgerufen wurde. Der zweite Sonderpreis ging an die Karl-Preising-Schule für ihre „Klimawoche“. Insgesamt wurden 4.050 Euro ausgelobt. „Ich bin total begeistert. Die Projekte haben so viele Inhalte und stellen eine gesellschaftlich wertvolle Arbeit dar“, würdigte der Landrat die kreativen Ideen und Umsetzungen.

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