Kinder in Not hautnah: Edertalerin lernt erstmals die Patenkinder ihrer Eltern kennen

Szene vom Schulbesuch in Alegria, auf der Insel Cebu (Philippinen) im Februar 2019.
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Szene vom Schulbesuch in Alegria, auf der Insel Cebu (Philippinen) im Februar 2019.
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Szene vom Schulbesuch in Alegria, auf der Insel Cebu (Philippinen) im Februar 2019.

Gutes tun, sich für unsere Umwelt und hilfsbedürftige Menschen einsetzen, ist für viele selbstverständlich. Andererseits stehen viele auch Hilfsorganisationen kritisch gegenüber. Das ist vollkommen verständlich. Wer drückt schon gerne sein Geld einem Fremden in die Hand? Meine Eltern zum Beispiel.

Edertal - Meine Eltern sind nun schon seit vielen Jahren Unterstützer der gemeinnützigen Organisation „Kinder in Not“. Sie spenden einen monatlichen Beitrag an ihre beiden „Patenkinder“ auf den Philippinen und ermöglichen einem Jungen und einem Mädchen dort den Schulbesuch.

Die Aktionsgruppe „Kinder in Not“ e.V. existiert bereits seit 1983. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, notleidenden Kindern auf den Philippinen, in Indien und Brasilien zu helfen. Während meiner Rundreise durch die Philippinen kam mir der Gedanke: „Warum sich nicht einmal persönlich vor Ort einen Eindruck von der Aktionsgruppe und ihrem Projekt machen?“

Über die Organisation melde ich meinen Schulbesuch in Alegria, auf der Insel Cebu an. Ein erstes persönliches Kennenlernen der Patenkinder meiner Eltern ist nun möglich. Nach einer Passkontrolle am Eingang werde ich bereits im Sekretariat erwartet. Hier erklärt man mir, dass der kleine Nathan bereits mit den anderen Kindern auf mich wartet.

Als wir in der Klasse eintreffen, bin ich einmal mehr von der philippinischen Freundlichkeit überwältigt. Ich betrete den Raum, alle Kinder stehen auf, heißen mich im Chor Willkommen und beginnen ein englisches Begrüßungslied für mich zu singen.

Glücklicherweise habe ich zuvor einen Tipp bekommen und Gummibärchen mitgebracht, auf die sich die Kinder nun mit Begeisterung stürzen. Der kleine Nathan kommt schüchtern auf mich zu und übergibt mir ein gebasteltes Geschenk aus Holz. Als ich ihm seines überreiche, nimmt er es nur zaghaft entgegen. Während die anderen Kinder um uns herum aufgeweckt und durcheinander sprechen und umhertoben, packe ich gemeinsam mit Nathan sein Geschenk aus. Er ist so schüchtern, da er wohl nicht genau weiß, was er mit dem neuen Federmäppchen und den vielen Buntstiften anstellen soll.

Seine Tante ist auch vor Ort und bedankt sich im Namen seiner Mutter für unsere Unterstützung. Sie erklärt mir, dass die Mutter des Kleinen alleinerziehend ist, da der Vater bereits verstorben ist. Ohne unsere Hilfe könnten sie Nathan niemals einen anständigen Schulbesuch ermöglichen. Nach einer zu Tränen gerührten Verabschiedung geht es über das Schulgelände zum zweiten Patenkind meiner Eltern.

Elaiza, ein 16-jähriges Mädchen, ist ebenfalls sehr zurückhaltend, als wir den Klassenraum betreten. Mit Tränen in den Augen umarmt sie mich und bedankt sich für die jahrelange Unterstützung. Der Lehrer bittet mich, dass ich für ein paar Fotos zwischen den Schülern sitze. Nach einigen Gesprächen erklärt er, dass Elaiza für den Rest des Tages vom Unterricht befreit ist und mit mir den Tag verbringen darf.

Von ihr werde ich über das weitere Schulgelände geführt. Sie erklärt mir, dass die Schüler hier alles selbst anfertigen. Sie bauen Obst und Gemüse an. In der schuleigenen Näherei stellen sie Kleidung her und in der großen Schreinerwerkstatt lernen sie Möbel zu bauen. Die fertigten Produkte werden von der Schule verkauft, um von dem Erlös weitere wichtige Schulutensilien zu finanzieren.

Nach dem Rundgang treffen wir ihre ältere Schwester, die auch hier zur Schule geht. Die beiden Mädchen leben bei ihrer Tante, da sie leider beide Eltern verloren haben. Nach einem gemeinsamen Mittagessen bringe ich Elaiza nach Hause.

Bei der Schulbesichtigung und durch das kennenlernen der Kinder und Jugendlichen habe ich einen ganz neuen Eindruck bekommen. Ich kann der Aktionsgruppe „Kinder in Not“ e.V. nur ein ganz großes Lob und Dankeschön aussprechen. Die Arbeit die diese Menschen täglich leisten ist in meinen Augen eine wahre Herzensangelegenheit. Leider gibt es immer noch viel zu viele Kinder, denen es nicht wie Nathan und Elaiza ermöglicht wird zur Schule zu gehen. „Kinder in Not“ benötigt noch viel mehr Unterstützung. Zurzeit suchen 211 Kinder einen Paten.

Von Aileen Raddatz

Aileen Raddatz kommt aus Edertal. Sie arbeite als Fotografin für einen bekannten Kreuzfahrten-Anbieter und absolviert nebenbei ein Fernstudium im Fachbereich Journalismus. Im Februar war sie einen Monat auf den Philippinen unterwegs und hat dabei die Schule in Alegria besucht.

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