Kinder retten edle Krebse: Mehr als 6.000 Tiere wandern von Haina in die Rhön

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Lagebesprechung vor dem Einsatz: Ranger Joachim Walter zeigt den Junior Rangern eine Reuse, mit der Edelkrebse abgefangen werden können.

Mithilfe eines Arbeitskreises werden in der hessischen Rhön jedes Jahr rund 5.000 Flusskrebse ausgesetzt. Diesmal waren es aber noch viel mehr, da die Wohrateiche bei Haina trockengelegt wurden.

Haina (Kloster) - So ein Umzug geschieht nicht alle Tage. Insgesamt sind 6.122 Edelkrebse aus den Wohrateichen bei Haina von Ranger Joachim Walter und ehrenamtlichen Helfern in Rhöner Fließgewässer umgesetzt worden.

Auch die Junior Ranger aus Hilders haben mit angepackt. Dank ihnen haben rund 600 Edelkrebse ein neues Zuhause im Brandbach gefunden. Da das Wasser in den Wohrateichen im gleichnamigen Naturschutzgebiet abgelassen wurde, musste für die zahlreiche Fische, Muscheln und Krebse eine Umsetzungsmöglichkeit gefunden werden.

Ehrenamtliches Engagement

Die Junior Ranger setzten mit ihrem Betreuer Harald Vonderau und Ranger Joachim Walter (rechts) Edelkrebse in den Brandbach.

„Das mit der Umsetzung beauftragte Büro hat sich an uns gewendet. Zusammen haben wir eine Lösung für die Edelkrebse aus den Teichen erarbeitet“, sagt Joachim Walter, Ranger im Unesco-Biosphärenreservats Rhön. Mit Edelkrebsen kennt er sich aus: Zwischen 2004 und 2011 liefen im hessischen Teil des Biosphärenreservats umfangreiche Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederansiedelung der bedrohten Art.

Der Deutsche Edelkrebs, auch Europäischer Flusskrebs genannt, war einst in fast allen Bächen, Flüssen und Seen Europas verbreitet – auch in der Rhön. Gewässerverunreinigungen und -ausbau, vor allem aber amerikanische Krebsarten, die für heimische Arten tödliche Krankheiten übertragen, brachten den Edelkrebs an den Rand des Aussterbens. Mithilfe des Arbeitskreises Rhöner Fließgewässer wurden daher von 2005 bis 2011 in zwölf Gewässern in der hessischen Rhön jedes Jahr rund 5000 Jungkrebse ausgesetzt.

Szene von der Aktion, die Flusskrebse aus Haina in der Rhön wieder anzusiedeln.

Mit Erfolg: „Der Bestand hat sich stabilisiert. Wir hoffen, dass das künftig auch ohne weiteren Besatz so bleibt“, sagt Walter. Der aktuelle Besatz mit den Krebsen aus den Wohrateichen sei eine Ausnahme.

Zunächst wurden die Edelkrebse in den beiden Stauteichen von der Bürogemeinschaft für fisch- und gewässerökologische Studien (BfS) Marburg mithilfe von Reusen abgefangen. „Die Hälterungen sind groß und mit Wohnröhren ausgestattet, damit sich die Tiere nicht gegenseitig verletzen können“, erklärt Dirk Hübner von der BfS.

Strenge Hygienevorschrift

Der Deutsche Edelkrebs, auch Europäischer Flusskrebs genannt, war einst in fast allen Bächen, Flüssen und Seen Europas verbreitet.

Da es sich um die Räumung eines Naturschutzgebiets handelte, mussten die Tiere nach der Bundesartenschutzrichtlinie entfernt werden, die unter anderem eine strenge Hygiene vorschreibt. Am Ende waren es genau 6.122 Edelkrebse, die aus den Stauteichen abgefangen und in die Rhön gebracht wurden.

Fünf Tage lang waren Joachim Walter und Ehrenamtliche aus dem Arbeitskreis dann unterwegs und verteilten die Tiere in fast allen Gewässern, die bereits vor einigen Jahren im Rahmen des Edelkrebs-Projekts besetzt worden waren.

Szene von der Aktion, die Flusskrebse aus Haina in der Rhön wieder anzusiedeln.

Die Junior-Ranger-Gruppe und ihr Betreuer Harald Vonderau halfen am Fuße der Wasserkuppe mit. Dort setzten sie mit Joachim Walter rund 600 Krebse in den Brandbach. Der Einsatz sei auch eine Chance gewesen, die Kinder für den Artenschutz zu sensibilisieren, erklärt Walter.

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