Kommentar

Von Marcus AlthausStatistisch hat die Jugendkriminalitt nicht zugenommen. Die Brutalitt hingegen schon, selbst unter Mdchen.Wenn die

Von Marcus Althaus

Statistisch hat die Jugendkriminalitt nicht zugenommen. Die Brutalitt hingegen schon, selbst unter Mdchen.Wenn die Politik nun glaubt, mit hrteren Strafen Jugendliche von brutaler Gewalt abzuhalten, liegt sie damit genauso falsch, wie die Politik, die meint, die bestehenden Gesetze mssten nur konsequent angewendet werden.Beide lassen auer Acht, dass die Rahmenbedingen dafr fehlen. Wenn an Justizbeamten, Richtern, Polizisten und Sozialarbeitern gespart wird, knnen weder bestehende Gesetze oder Prventionen greifen. Und das hrtere Strafen nicht mehr abschrecken, zeigen die Lnder, in denen es Todesstrafen oder Endlos-Haftstrafen gibt. Die Gewalt sinkt dadurch nicht.Es bedarf hierzulande einer umfassenden Offensive: Mehr Richter, mehr Polizisten, mehr Sozialarbeiter und nicht zuletzt auch mehr Strafanstalten. Wer Regeln bricht, muss mit Konsequenzen rechnen. Und zwar sofort, sonst ist der Lern- und Erziehungseffekt futsch.Wenn ein Jugendlicher straffllig wird und mehr als ein halbes Jahr auf die Gerichtsverhandlung warten muss, hat er meist schon vergessen, wofr er bestraft wird. Oder schlimmer: Er begeht in diesem Zeitraum erneut Straftaten. Der Weg zurck in die Gesellschaft wird so immer schwieriger. Ob Box-, Boot- oder andere Camps ein geeignetes Mittel sind, steht dabei auf einem anderen Blatt. Die Erfolgsqoute von 80 Prozent scheint Herrn Kannenberg jedoch Recht zu geben.Eine Strafe, egal welche, muss sein. Die Opfer bleiben nmlich mit ihrem Schmerz oder erlittenen Schaden allein und knnen nur in seltenen Fllen, wenn berhaupt, mit einer angemessenen Entschdigung durch die Tter rechnen. Vergeltung ist der falsche Weg, aber eine sichtbare Wiedergutmachung wre angebracht.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Lost Place in Waldeck-Frankenberg: Hier blieb es heiß bis zum bitteren Ende

In den vergangenen Jahrzehnten stand das Gebäude mit Unterbrechungen meist im Dienste der Erotik.
Lost Place in Waldeck-Frankenberg: Hier blieb es heiß bis zum bitteren Ende

Flammen statt knisternder Erotik: So sieht es im verlassenen Nachtclub heute aus

In den vergangenen Jahrzehnten stand das Gebäude mit Unterbrechungen meist im Dienste der Erotik. Doch anstatt heiß wurde es dort zuletzt nur brenzlig.
Flammen statt knisternder Erotik: So sieht es im verlassenen Nachtclub heute aus

Neue Voraussetzungen für private und gewerbliche Restabfälle nach dem Brand in Flechtdorf

Nach dem vernichtenden Brand an der Mülldeponie in Flechtdorf müssen Abfälle nun zu verschiedenen Behandlungsanlagen transportiert werden.
Neue Voraussetzungen für private und gewerbliche Restabfälle nach dem Brand in Flechtdorf

Europa feiert in Frankenberg: Größtes Folklorefest mit opulenter Gala eröffnet

Es wurde opulent bei der großen Eröffnungsgala in der eigens errichteten Arena auf der Wehrweide, wo die Europeade samt den rund 2.500 Mitwirkenden einen Abend des …
Europa feiert in Frankenberg: Größtes Folklorefest mit opulenter Gala eröffnet

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.