Kondom-Verbot

Von Christopher GbelFulda. Der 1. April ist zwar nicht mehr weit, aber ein scherzhaft anmutendes Ereignis gibt es schon jetzt: In ei

Von Christopher Gbel

Fulda. Der 1. April ist zwar nicht mehr weit, aber ein scherzhaft anmutendes Ereignis gibt es schon jetzt: In einem Markt einer Drogerie-Kette mitten in Fulda drfen keine Kondome verkauft werden auerdem auch auch keine weiteren mechanischen Verhtungsmittel. Bei einer organisierten Stadt-Rallye gibt es sogar die Frage: Was wird hier nicht verkauft?. Touristen lassen sich sogar vor dem Markt fotografieren reagieren auf den Kondomverbot-Hinweis bei manchen Stadtfhrungen mit Kopfschtteln oder Schmunzeln.Mit dieser ber die Deutsche Presseagentur (DPA) verbreiteten Meldung ist die Domstadt Fulda bundesweit negativ in die Schlagzeilen geraten. Der Verkauf von Kondomen ist im Mietvertrag in einer Sittenklausel festgeschrieben, denn das Haus, in dem die Drogerie beheimatet ist, gehrt der katholischen Kirche genauer gesagt der Gemeinde St. Blasius. Von Seiten der Drogerie-Kette heit es, dass es sich dabei um einen weit gehenden Eingriff in das Sortiment handel, man aber nichts weiter dazu sagen wolle. Die Fuldaer Filialleiterin findet strkere Worte: Das ist wie im Mittelalter. Sie habe bereits beim Bischof vorgesprochen ohne Erfolg. Es gehe nicht nur um Schwangerschaftsverhtung, sondern auch um gesundheitliche Risiken. Die Kirche solle Vor allem vor HIV, das zum unheilbaren Aids werden kann, schtzen Kondome. Das wissen die meisten aufgeklrten Menschen.

Die Jungen Liberalen (Julis) aus Fulda verteilten in dieser Woche direkt vor der betroffenen Filiale kostenlos Kondome an Passanten. Aus Sicht der Julis sei das Kondomverbot der Katholischen Kirche unverhltnismig und berflssig. Die Katholische Kirche drfe sich nicht wundern, dass immer mehr junge Leute aus der Kirche austreten. In der heutigen Zeit sollte selbst die katholische Kirche einsehen, dass Kondome nicht nur Verhtungsmittel, sondern sogar Lebensretter sind, sagte der Juli-Kreisvorsitzende Mark Matthies (21).

Kein Handlungsbedarf

Die bischfliche Pressestelle sieht keinen Handlungsbedarf: Wenn die Kirche mechanische Verhtungsmittel ablehne, knne sie auch nicht dulden, dass in einem Kirchenhaus Kondome verkauft wrden, meint der Sprecher Christof Ohnesorge. Soweit zumindest konsequent. Mit groem Erstaunen nehme ich dabei zur Kenntnis, dass Sie zwar Schlecker den Kondomverkauf verbieten, aber mit der Drogeriekette einen Mieter haben, der seit Jahren in den Schlagzeilen ist wegen Ausbeutung seiner Angestellten widrigen Arbeitsbedingungen und schlechtester Bezahlung, heit es in einem offenen Brief der Grnen-Landtagsabgeordneten Margaretha Hlldobler-Heumller an die Kirchengemeinde St. Blasius.Dabei gehe es ihr z.B. um die Gefahr der Ansteckung von Gebrmutterhalskrebs, um Hepatitis bis zu Aids, aber auch um die Frage der auch in unserer Region steigenden Zahl von Schwangerschaften sehr junger Mdchen, die in der Regel trotz existierender Hilfsangebote in der Mehrzahl eine schwer zu bewltigende Belastung fr Eltern und Kind darstellen, heit es weiter. Ich wrde mich freuen, wenn Sie Ihre Haltung berdenken und klare Wort zur Frage der Arbeitsbedingungen finden wrden, meint MdL Hlldobler-Heumller.In allen anderen Fuldaer Drogerien gibts brigens Verhterlis und sonstige Hilfsmittel, um der Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten und der ungewollten Schwangerschaft entgegenzuwirken. Der rationale Mensch von heute wei: Kondome schtzen.

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