Korbacher wollen Radwege nach Kasseler Vorbild voranbringen

Dr. Peter Koswig und Dr. Jochen Pries (vl) setzen sich mit der Bürgerinitiative für ein besseres Radwegenetz in Korbach ein. Maik Bock (re) unterstützt sie mit Erfahrungen aus Kassel.
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Dr. Peter Koswig und Dr. Jochen Pries (vl) setzen sich mit der Bürgerinitiative für ein besseres Radwegenetz in Korbach ein. Maik Bock (re) unterstützt sie mit Erfahrungen aus Kassel

Maik Bock von der Initiative Radentscheid aus Kassel hat im Bürgerhaus Korbach von ihren Erfahrungen mit einem Bürgerbegehren für bessere Radwege berichtet.

Korbach. Die Radwegesituation in der Kernstadt Korbach finden viele Fahrradfahrer katastrophal. Die Bürgerinitiative für ein lebenswertes Korbach sieht es genauso und möchte ein Bürgerbegehren für bessere und sicherere Radwege ins Leben rufen.

„Korbach sattelt um“ ist das Motto, und konkret könnte das heißen: kontinuierliche Wege durch die gesamte Innenstadt, sichere und komfortable Übergänge für Fuß- und Radverkehr an den Kreuzungen, sichere Wege entlang der Hauptverkehrsstraßen, durchgängige Routen auf Nebenstraßen, mehr Abstellflächen und ähnliches. Durchschnittlich werde in vielen Städten bis das Hundertfache mehr für Autoverkehr ausgegeben als für Radverkehr.

Ähnliche Vorhaben von Bürgerbegehren sind schon in anderen Städten umgesetzt worden, beispielsweise in Kassel. So hat Maik Bock von der Initiative Radentscheid aus Kassel am vergangenen Montag im Bürgerhaus von ihren Erfahrungen mit einem Bürgerbegehren berichtet.

Hierzu gehören klar definierte Ziele und Begründungen, zum Beispiel die Sicherheit im Straßenverkehr oder Verkehrsentlastung. Dann muss ein Kostendeckungsvorschlag und ein Finanzierungsvorschlag erstellt werden. Eine oder mehrere Informationsveranstaltungen sind nötig, um Unterstützer zu finden. Organisationen wie der ADFC sollten mit ins Boot genommen werden, Sponsoren für Kampagnen sind hilfreich. Dazu kommen Kontakte zu Presse und sozialen Netzwerken, Demos durch die Stadt, Kundgebungen und jede Menge Öffentlichkeitsarbeit.

Ziel in Kassel war es, 4.000 Unterschriften für das Bürgerbegehren zu erhalten. Sammelstellen für die Unterschriftslisten waren Infostände, Geschäfte oder Arztpraxen. Spektakuläre Aktionen erzeugten immer wieder viel Öffentlichkeit und am Ende waren rund 22.000 Unterschriften zusammen. Wenn die entsprechenden politischen Gremien das Bürgerbegehren akzeptieren, können sie den Weg für einen offiziellen Bürgerentscheid frei machen. Dies wurde in Kassel wegen „rechtlicher Ungültigkeit“ abgelehnt. Man überlegt jetzt, dagegen zu klagen, aber die Aktionen hätten viel in den Köpfen der Menschen verändert, so Maik Bock.

In Korbach müssten für ein Bürgerbegehren maximal 2.500 Unterschriften wahlberechtigter Bürger zusammenkommen, erklärt Dr. Jochen Pries von der BI. Auch wolle man bewusst keine Fronten aufbauen zwischen Autofahrern, Fahrradfahrern und Fußgängern, ergänzt Dr. Peter Koswig. Die Vorteile des Fahrradfahrens für den einzelnen müssten in den Vordergrund gestellt werden. Man komme schneller, kostengünstiger und gesünder durch die Stadt, die Vorteile lägen auf der Hand.

Nach den Informationen und Erfahrungen aus Kassel schloss sich eine lebhafte Diskussion über die Radwegesituation in Korbach an, und es kamen die vielfältigen Probleme einzelner an unterschiedlichen Stellen in der Kreisstadt zutage.

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