Krankenstand nimmt zu: Statistiken zeigen unabhängig voneinander die gleiche Richtung

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Atemwegserkrankungen zählen mittlerweile zu den zweithäufigsten Ursachen.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren Beschäftigte 2017 durchschnittlich etwas mehr als 21 Tage lang krankgeschrieben.

Waldeck-Frankenberg. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren Beschäftigte 2017 durchschnittlich etwas mehr als 21 Tage lang krankgeschrieben. Bundesweit lag die Arbeitsunfähigkeit im Schnitt bei rund 17 Tagen pro Jahr. Das geht aus der Statistik der Betriebskrankenkassen (BKK) hervor.

Auf deren Gesundheitsreport verweist die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und hebt hervor: „Der durchschnittliche Anteil der Krankgeschriebenen pro Tag – lag hier zuletzt bei 6,1 Prozent. Damit liegt der Landkreis über dem bundesweiten BKK-Schnitt von 4,9 Prozent.“ Ein deutliche Sprache sprechen auch die Tage der Arbeitsunfähigkeit.

Da liegen die BKK-Mitglieder in Waldeck-Frankenberg im roten Bereich und sogar 26 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Ähnlich rot sieht es bei den BKK-Mitgliedern in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Werra-Meißner und Schwalm-Eder aus. Aus nordhessischer Sicht geht es Kassel Land und Stadt da statistisch gesehen etwas besser.

Nach Einschätzung der IG BAU gehe der wachsende Teil der Krankmeldungen auf eine höhere Arbeitsbelastung zurück. „Die gute Konjunktur und fehlende Fachkräfte sorgen dafür, dass Überstunden immer häufiger zum Normalfall werden. Doch Termindruck und Stress machen auf Dauer krank“, sagt Klaus Michalak von der IG BAU Nordhessen.

„Gerade im Baugewerbe ist die Arbeitsbelastung wegen der vielen Aufträge derzeit enorm. Und in der Reinigungsbranche ist es gang und gäbe, dass Beschäftigte regelrecht im Wettkampf gegen die Uhr putzen müssen“, beschreibt Michalak. Mit Sorge beobachtet die Gewerkschaft außerdem die Zunahme von Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen. Ein Trend der schon seit Jahren anhält und den die Zahlen der Krankenkassen ebenfalls belegen.

Aktuell veröffentlicht auch eine der größten Krankenkassen Deutschlands, die DAK, für Hessen ihre Statistik zu den Fehltagen ihrer Mitglieder. Demnach sind auch 2018 in Hessen die Fehltage im Job weiter gestiegen. Nach Auswertung aller Krankmeldungen der DAK-Gesundheit kletterte der Krankenstand auf 4,3 Prozent und damit knapp über dem DAK-Bundesdurchschnitt. Die Anzahl der Fehltage aufgrund von schweren Atemwegserkrankungen wie grippale Infekte oder Bronchitis sei die zweithäufigste Ausfallursache in Hessen gewesen. Die meisten Fehltage haben ihre Ursache in Muskel-Skelett-Erkrankungen wie beispielsweise Rückenschmerzen.

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