Alle Arbeit umsonst: Fusion von Vitos und der Kreisklinik platzt nach neuerlicher Insolvenzgefahr

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Reinhard Kubat hat der Betriebsversammlung des Kreiskrankenhauses am Dienstag mitgeteilt, das Vitos nicht mehr  die Geschäfte für die Kreisklinik führen wird.
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Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Reinhard Kubat hat der Betriebsversammlung des Kreiskrankenhauses am Dienstag mitgeteilt, das Vitos nicht mehr die Geschäfte für die Kreisklinik führen wird.

Nach dem das Kreiskrankenhaus in Frankenberg erneut vor der Insolvenz stand, was ziemlich unvorbereitet an die Öffentlichkeit trat, wird nun die Reißleine gezogen.

Frankenberg. Die Vitos GmbH und der Landkreis Waldeck-Frankenberg wollen den Geschäftsbesorgungsvertrag für die Kreiskrankenhaus Frankenberg gGmbH aufheben. Das hat der Aufsichtsratsvorsitzende des Kreiskrankenhauses Dr. Reinhard Kubat der Betriebsversammlung der Klinik am Dienstag verkündet. Die zuständigen Gremien werden darüber auf beiden Seiten voraussichtlich kurzfristig befinden. Dennoch seien die Beteiligten noch an einer künftigen Zusammenarbeit interessiert.

 „Der Landkreis und Vitos haben in den vergangenen Monaten sehr fleißig an der geplanten Verschmelzung der Kreiskrankenhaus Frankenberg gGmbH und der Vitos Haina gGmbH gearbeitet“, sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat. Kurz vor der Beschlussfassung der Eigentümer beider Gesellschaften sind jedoch erhebliche Hindernisse aufgetreten, heißt es in der dazugehöringen Pressemitteilung. Wie bereits berichtet (Ohne Kreis sieht Klinik rot: Plötzlich droht schon wieder die Insolvenz beim Kreiskrankenhaus), stand das Kreiskrankenhaus erneut vor der Insolvenz, was ziemlich unvorbereitet an die Öffentlichkeit trat. Der Kreistag musste schnell weitere 3 Millionen Euro bereitstellen.

Jetzt sind beide Partner gemeinsam zu der Erkenntnis gelangt, dass die Zusammenarbeit in der geplanten Form aktuell nicht möglich ist. Der Geschäftsführer der Vitos GmbH, Reinhard Belling, und Landrat Dr. Reinhard Kubat lassen nun die zuständigen Gremien über die Aufhebung des Geschäftsbesorgungsvertrags befinden. „Es ist uns beiden wichtig, dass wir ein gutes Einvernehmen herstellen und prüfen, in welcher Form auch künftig Kooperationsmöglichkeiten bestehen“, betont Reinhard Belling weiter. Wie eine künftige Zusammenarbeit aussehen kann, ist noch unklar.

„Selbstverständlich werden nicht nur die aktuellen Baumaßnahmen fortgeführt. Auch die anderen eingeleiteten Maßnahmen werden wir in den nächsten Monaten verantwortungsvoll fortsetzen“, sagt Reinhard Belling. Nun gelte es, die gemeinsamen nächsten Schritte zu definieren. Kubat: „Wir legen daher großen Wert darauf, die bisherige gute Zusammenarbeit vertrauensvoll und im konstruktiven Dialog zu beenden. (...) Der Landkreis hat einen Versorgungsauftrag für die Menschen in Waldeck-Frankenberg.

Das Krankenhaus bleibt in Trägerschaft des Landkreises. Wir lassen das Haus und die Mitarbeiter nicht im Stich.“ Kreiskrankenhaus-Geschäftsführer Ralf Schulz ergänzt: „Ich bin davon überzeugt, dass Vitos in enger Abstimmung mit dem Landkreis nach einer Aufhebung des Geschäftsbesorgungsvertrages den bestmöglichen Übergang gestalten wird.“

Nur das kleinere Übel

„Für uns war die Fusion mit Vitos immer nur das kleinere Übel gegenüber privaten Krankenhausbetreibern“, so der stellvertretene Kreisvorsitzende und Fraktionsvorsitzende der Linken Ingo Hoppmann. Er hofft, das der Kreis künftig mehr Kontrolle ausüben wird. „Unklar war und ist außerdem, wie es mit dem Landeswohlfahrtsverband weitergeht, der Alleingesellschafter der Vitos GmbH ist.“ Die Linke fordert nun größtmögliche Transparenz. Alle Geschäftsvorgänge des Krankenhauses müssten den zuständigen Kreisgremien und dem Kreistag offengelegt werden, damit auf Kreisebene schnellstens ein Standortsicherungskonzept für das Krankenhaus erarbeitet werden kann. „Eine Sanierung des Krankenhauses darf nicht wieder auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden“, so die weitere Forderung der Linken.“ Dennoch das Kreiskrankenhaus in kommunaler Hand sei unentbehrlich für die Daseinsvorsorge im südlichen Landkreis, so die Linke, die jetzt einen steinigen Weg voraussagt.

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