Aus für Kunstrasenplätze? Verbot von Kunststoffgranulat ab 2021

Der Landessportbund blickt mit Sorge auf die kommenden drei Jahre. Ohne Kunstrasenplätze geht es nicht mehr. Alternativen werden derzeit geprüft.

Waldeck-Frankenberg - Wenn das Verbot von Kunststoffgranulat in drei Jahren uneingeschränkt greift, wird dies zum Problem für Kunstrasenplätze in Hessen.

Vizepräsident Dr. Frank Weller vom Landessportbund (lsb h): „Wenn Kunststoffgranulat ab 2021 verboten wird, müssen Sportplätze, die dieses Einstreumaterial verwenden, geschlossen oder aber mit erheblichem finanziellem Aufwand umgerüstet werden. Kunststoffrasenplätze sind aber für den Sport unverzichtbar. Alleine mit Naturrasen- und Tennenplätzen kann der derzeitige Sportbetrieb nicht im notwendigen Umfang weitergeführt werden.“

Der Landessportbund Hessen und der Hessische Fußball-Verband (HFV) fordern gemeinsam für Kunstrasenplätze mit diesem Einstreumaterial einen Bestandsschutz bis zum Betriebsende, also nach 10 bis 15 Jahren.

Kork oder Sand als Füllung verwenden

Die beiden Verbände reagieren damit auf eine Initiative der Europäischen Chemikalienagentur ECHA. Diese hatte Kunststoffgranulat, das auch auf einem Teil der 440 hessischen Kunstrasenplätze als Füllmaterial verwendet wird, als Mikroplastik eingestuft. In der Konsequenz wird innerhalb der Europäischen Union derzeit über ein Verbot von Kunststoffgranulat nachgedacht, so der Landessportbund in seiner Pressemitteilung.

Zur Information seiner knapp 7.700 Mitgliedsvereine hat der lsb h gemeinsam mit dem HFV ein Informationspapier zum Thema „Mikroplastik und Kunststoffrasenplätze im Sport“ zusammengestellt. Es kann unter http:// yourls.lsbh.de/mikroplastik heruntergeladen werden. Unabhängig davon sprechen sich der Landessportbund und der Hessische Fußball-Verband für Maßnahmen aus, die die Austragung von Kunststoffgranulat von Kunstrasenplätzen in die Umwelt minimieren.

Dazu zählen beispielsweise die Einfriedung mit Barrieren, spezielle Filter an Abläufen, Filter im Bereich der Oberflächenentwässerung oder ganz einfach auch Schmutzfangmatten am Ein- und Ausgang der Sportplätze. Zudem existieren Granulatvarianten ohne Kunststoff, z.B. Kork und Sand.

Rubriklistenbild: © Frank Bruse

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