Der Landkreis lässt im Wilke Wurst Skandal die eigene Lebensmittelüberwachung prüfen

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Landrat Kubat kündigte heute an, dass er – ausdrücklich ohne jede Fehlerzuweisung – angeordnet habe, einen Prozess einzuleiten, um alle Abläufe und Kontrollmechanismen noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat das Gutachten der Task Force des Regierungspräsidiums Darmstadt über die Verhältnisse bei der Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG erhalten.

Korbach - Dieses Gutachten bestätigt das Handeln des Landkreises, die Schließung der Firma Wilke zu verfügen und den Rückruf aller Produkte zu veranlassen. Zugleich wurde der Bericht an die Staatsanwaltschaft Kassel für deren laufende Ermittlungen übergeben.

Aus den Reihen der SPD wird im Zusammenhang mit dem Wurstwaren-Skandal in Waldeck-Frankenberg der Rücktritt des Kreisbeigeordneten Fritz Schäfer und die Freistellung des Leiters der Lebensmittelüberwachung Dr. Martin Rintelens gefordert.

Landrat Kubat kündigte zudem an, dass er – ausdrücklich ohne jede Fehlerzuweisung – angeordnet habe, einen Prozess einzuleiten, um alle Abläufe und Kontrollmechanismen noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

„Die Vorfälle sind so schockierend, dass sie umfassend aufgearbeitet werden müssen, um gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen. Hierfür werden wir mit dem Regierungspräsidium und dem Ministerium zusammenarbeiten, die uns ihre Unterstützung zugesagt haben“, so der Landrat.

Der Landrat betont auch, dass es weder von ehemaligen noch aktuellen Mitarbeitern der Firma Wilke in der Vergangenheit Meldungen welcher Art auch immer über Missstände im Unternehmen gab. Umso verwunderter ist man beim Landkreis, dass sich erst nach dem Bekanntwerden der aktuellen Vorkommnisse Mitwisser melden und die Zustände anprangern.

Aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens sieht der Landkreis von weiteren detaillierten Auskünften augenblicklich ab.

Für ausnahmslos alle Erzeugnisse der Firma Wilke gilt ein weltweiter Rückruf

Für ausnahmslos alle Erzeugnisse der Firma Wilke gilt ein weltweiter Rückruf. Die Produkte sind zu erkennen an dem ovalen Identitätskennzeichen „DE EV 203 EG“, das den Herstellungsbetrieb kennzeichnet – unabhängig von der Marke oder Aufmachung der Ware. Verantwortlich für den Rückruf und die Information aller Kunden und Abnehmer ist die Firma Wilke, die mittlerweile Insolvenz angemeldet hat. Alle Zwischenhändler seien zudem seit der Verfügung des Rückrufs in der vergangenen Woche gesetzlich dazu verpflichtet, den Rückruf unmittelbar an ihre Kunden weiterzugeben. Die zuständigen Behörden überwachen diesen Prozess. Eine Liste der Produkte der Firma Wilke liegt dem Landkreis vor, wird momentan geprüft und soll auf www.lebensmittelwarnung.de veröffentlicht werden.

„Entgegen anders lautenden Aussagen gibt es keine Liste mit den kompletten Verkaufsstellen aller Einzelhändler. Eine Übersicht aller Abnehmer, die von der Firma Wilke überwiegend als Großkunden beliefert wurden, ist jedoch bereits am vergangenen Mittwoch an die hessenweite Schnellwarn-stelle beim Regierungspräsidium Darmstadt gegangen und von dort aus unverzüglich an die bundesweite Schnellwarnstelle und die EU weitergeleitet wurden. Die Schnellwarnstellen informieren deutschlandweit alle Landkreise, Regierungspräsidien, Ministerien und den Bund, damit die Behörden alle in ihrem Zuständigkeitsbereich liegenden Inverkehrbringer von Lebensmitteln besser überwachen können.“

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