Landrat fordert sachliche Personaldiskussion

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Landrat Dr. Reinhard Kubat

 Waldeck-Frankenberg. "Es ist das Vorrecht der Opposition, das Regierungshandeln zu kontrollieren und gegebenenfalls zu kritisieren, das entbind

 

Waldeck-Frankenberg. "Es ist das Vorrecht der Opposition, das Regierungshandeln zu kontrollieren und gegebenenfalls zu kritisieren, das entbindet sie aber nicht von der Pflicht, sich an Tatsachen zu halten", meldet sich Landrat Dr. Kubat zu Wort. "Das Thema Personal wird auf einer Ebene diskutiert, die den Boden der Sachlichkeit leider verlassen hat." So lange er für das Personal in der Kreisverwaltung Verantwortung trage, habe die politische Gesinnung der Bewerberinnen und Bewerber bei keiner Personalentscheidung eine Rolle gespielt, macht der Personaldezernent deutlich. "Personalpolitik nach Parteibuch gab es nicht mit mir und wird es mit mir nicht geben!" Stattdessen habe er bei Stellenbesetzungen Transparenz und Beteiligungsmöglichkeiten eingeführt, die es in dieser Form zuvor nie in der Kreisverwaltung gegeben habe.

Zusammen mit dem Personalrat habe man eine Dienstvereinbarung erarbeitet, die das Auswahlverfahren zur internen Stellenbesetzung regelt. Herausgehobene Stellen, wie die der Fachdienstleitungen, werden grundsätzlich extern ausgeschrieben. Dieses Verfahren entspricht dem Wunsch des Kreisausschusses, wobei sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht hinter Bewerbern von außen verstecken müssten. Bei acht Ausschreibungen haben sich fünfmal die Kreisbediensteten durchgesetzt. Eine Benachteiligung des vorhandenen Personals könne er angesichts der transparent durchgeführten Auswahlverfahren nicht erkennen. Außerdem habe er alle Kreisausschussmitglieder eingeladen, die Bewerbergespräche mit zu verfolgen. Es sei schade, dass die Oppositionsvertreter hiervon praktisch keinen Gebrauch gemacht haben.

"Ich bin mir voll auf bewusst, dass wir zur Bewältigung unserer Aufgaben in der Kreisverwaltung auf motivierte und fachlich gut ausgebildete Beamte und Beschäftigte angewiesen sind und ich bin stolz darauf, dass wir über das entsprechende Personal auch verfügen." Trotzdem solle sich die Verwaltung nicht abschotten, sondern auf der Suche nach fähigen Kräften auch den Blick nach außen richten.

"Bei aller Transparenz, für die auch ich mich ausspreche, geht es meiner Meinung nach nicht, dass einzelne Personalentscheidungen herausgegriffen und in der Öffentlichkeit diskutiert werden." Hier bestehe die Gefahr, dass die Schwelle der gebotenen Achtung und des Persönlichkeitsschutzes überschritten werde. "Ich bitte deswegen die Kreispolitiker aller Fraktionen künftig um etwas Zurückhaltung bei der Diskussion von Personalangelegenheiten. Die Vertreter der Opposition fordere ich auf, jetzt das aktuelle Possenspiel zu beenden."

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