Die Menschen auf dem Land zu stärken ist in unwirtlich werdenden Zeiten wichtiger denn je

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Landrat Dr. Reinhard Kubat übergibt den von ihm gemeinsam mit Bürgermeister Elmar Henke (m.), seinem Co-Vorsitzenden in der Jury des Dorfwettbewerbs, verfassten Brief über die Zukunftsperspektiven des ländlichen Raums an Bundespräsident Frank Walter Steinmeier. Anwesend waren beim Festakt in Berlin auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (r.) sowie der Saarländische Umweltminister Reinhold Jost (2.v.l.).

Landrat Dr. Reinhard Kubat stellt in Berlin Neun-Punkte-Plan zur Stärkung des ländlichen Raums vor, anlässlich der Abschlussveranstaltung des 26. Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“.

Korbach/Berlin - Auf Einladung von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hat Landrat Dr. Reinhard Kubat anlässlich der Abschlussveranstaltung des 26. Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ in Berlin in einer Rede die Stärken und Vorzüge des ländlichen Raums dargestellt und für das Leben auf dem Land geworben.

Anwesend war auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, bei deren Ministerium die Zuständigkeit für die Ausrichtung des Wettbewerbs liegt.

Landrat Kubat ist seit vielen Jahren Vorsitzender der Jury des „Dorfwettbewerbs“ und gilt als einer der besten Kenner der ländlichen Räume in Deutschland. Allein während des jetzt abgeschlossenen Wettbewerbs hat die Jury 6.000 Kilometer zurückgelegt, um die teilnehmenden Dörfer zu besichtigen und zu bewerten. Der Landrat erinnerte in seinem Beitrag an die richtungsweisende Rede des Bundespräsidenten beim Zukunftsforum 2019, in der Steinmeier gefordert hatte, sich von den Stereotypen „Landlust und Landfrust“ freizumachen und die „Wahrnehmung in den Köpfen geradezurücken“.

Kubat betont: „Die politische Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland braucht aus unserer Sicht eine deutlichere Stimme für die Menschen und deren Bedürfnisse in ländlichen Regionen. Stärkung ländlicher Regionen ist Stärkung des demokratischen Gemeinwesens, ist Förderung sozialen Zusammenhalts in unwirtlich werdenden Zeiten“. Mit Verweis auf die rechtsextremen Morde in Hanau und die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke unterstrich Kubat noch einmal nachdrücklich die Bedeutung einer starken und wehrhaften Demokratie für die Zukunft unseres Landes.

Der Landrat formulierte in seiner Rede überdies einen 9-Punkte-Plan zur Stärkung des ländlichen Raums. Dieser umfasst folgende Themenschwerpunkte:

  • Wirtschaft der ländlichen Regionen
  • Daseinsvorsorge und bürgerliches Engagement
  • Ländliche Räume als Bildungsstandorte
  • Fördermittel für die ländlichen Regionen
  • Aufbau und Ausbau der Infrastruktur und Daseinsvorsorge
  • Schnelles Internet und Mobilität
  • Chancen der Digitalisierung
  • Telemedizin und Landärzte
  • Soziales Miteinander

Kubat hob das Engagement des Bundespräsidenten für den ländlichen Raum hervor und sieht in ihm „einen aktiven Mitstreiter und Befürworter des ländlichen Raums und das erfülle alle Beteiligten mit Hoffnung und Zuversicht.“

Zudem forderte Kubat, dass alle Anstrengungen unternommen werden müssten, um junge Menschen in den Dörfern zu halten und ihnen dort attraktive Zukunftsperspektiven zu bieten. Wenn das gelinge, bedeute dies einen enormen Fortschritt für die ländlichen Räume und mache diese zukunftsfähig.

Im Anschluss an seine Rede übergab der Landrat einen gemeinsam mit seinem Co-Vorsitzenden in der Jury, dem 1. Bürgermeister der Gemeinde Sommerach im unterfränkischen Landkreis Kitzingen, Elmar Henke, verfassten Brief, in dem auf der Basis der bei den Juryreisen gewonnenen Erkenntnisse, Handlungsansätze für die ländlichen Räume formuliert werden.

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