Landschaftspflegeverband stellt Beweidungsprojekt in Frankenau vor

+
An der "Albensteinseite" bei Frankenau kamen Vertreter von Politik, Landwirtschaft und Naturschutz zusammen, um das Weideprojekt des Landschaftspflegeverbandes vor Ort vorzustellen.

Seit knapp einem Jahr hat der Landschaftspflegeverband seine Arbeit in Waldeck-Frankenberg aufgenommen. Umweltministerin Priska Hinz spricht von einem "Meilenstein für den Naturschutz".

Frankenau - Mit dem Ziel, Kulturlandschaften in Waldeck-Frankenberg durch Naturschutzmaßnahmen zu erhalten, wurde vor einem Jahr der Landschaftspflegeverband auf Initiative des Landkreises gegründet. Er besteht paritätisch aus den Vertretern aus Naturschutz, Landwirtschaft und Politik. Eine der ersten Maßnahmen des Verbands ist ein Beweidungsprojekt an der „Albensteinseite“ bei Frankenau.

An dem Flurstück gibt es ein spezielles Weideprojekt mit Hinterwälder Rindern, einer alten und gefährdeten Haustierrasse. Die kleinste mitteleuropäische Rinderrasse pflegt rund um Frankenau 35 Hektar botanisch wertvolle Wiesen, sagt Projektpartner Herbert Ruhwedel. Der Landschaftspflegeverband unterstützt und fördert dieses Projekt. Es trägt dazu bei, sowohl den Landschaftsteil als auch die Rinderart zu erhalten, zu pflegen und auch zu entwickeln. „Die Maßnahme findet an diesem Ort in drei Schritten statt: Angefangen mit der Entbuschung, über die Beweidung bis hin zur Reaktivierung des Magerrasens“, erklärt der Geschäftsführer des Verbands, Carsten Müller.

Die Beweidung geschieht bei dem Projekt mit Hinterwälder Rindern der gleichnamigen Haltergemeinschaft.

Neben Hinterwäldern und Magerrasen profitieren Vögel wie Neuntöter, Grasmücke oder Turmfalke und Pflanzen wie Heidenelke, Habichtskräuter oder Teufelskralle. Auch die Landwirte profitieren, da es größere zusammenhängende Weideflächen gibt. Darüber hinaus werde hier eine Landschaft geschaffen, die sowohl für Einheimische als auch Touristen attraktiv sei. Die Verantwortlichen heben auch die Wertschöpfung beteiligter Partner aus der Region bei der Maßnahmenumsetzung hervor. Darunter sind auch Herbert Ruhwedel, Norbert Wissemann und Martin Schneider mit ihren Hinterwälder Rindern. Sie gehören der Haltergemeinschaft Hinterwälder Rind an, die 2000 gegründet wurde.

Landrat Dr. Reinhard Kubat ist froh über die Einrichtung des Verbandes. „Es gab solche Überlegungen bereits seit Anfang der 90er Jahre, allerdings fehlten da noch die Partner.“ Umweltministerin Priska Hinz lobte das Projekt vor rund einem Jahr als „Meilenstein für den Naturschutz“. Der Verband erhält 200.000 Euro über drei Jahre für die Arbeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Diemelstadt erhält fast eine Million Euro für städtebaulichen Denkmalschutz

Mit der Fördersumme soll vor allem die Rhoder Altstadt aufgewertet werden. Dort stehen noch einige Maßnahmen an.
Diemelstadt erhält fast eine Million Euro für städtebaulichen Denkmalschutz

Preise ziehen an: Immobilien in Waldeck-Frankenberg werden teurer

Immobilien boomen und die Preise ziehen in Waldeck-Frankenberg weiter an. Die Zahl der Kaufverträge geht bereits zurück. Dies meldet das Amtes für Bodenmanagement …
Preise ziehen an: Immobilien in Waldeck-Frankenberg werden teurer

Die Polizei geht wieder von Brandstiftung in Vöhl aus

Diesmal ist eine Holzhütte zwischen Marienhagen und Hof Lauterbach komplett niedergebrannt. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung in Vöhl und hofft auf Hinweise.
Die Polizei geht wieder von Brandstiftung in Vöhl aus

Messe "Land und Genuss": Landkreis setzt wieder Sonderzüge ein

Auch in diesem Jahr wird es wieder zwei Sonderzüge zur Frankfurter Messe "Land und Genuss" geben. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg und die Kurhessenbahn machen es …
Messe "Land und Genuss": Landkreis setzt wieder Sonderzüge ein

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.