Landwirt ändert Plan für Legehennenstall in Twistetal: Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung sieht Signalwirkung

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Szene vom Protest gegen den Legehennenstall in Twistetal vor der öffentlichen Anhörung beim Regierungspräsidium in Kassel am 5. März 2019.

543 gültige Einwendungen hatte es gegen den Bau des Legehennenstall in Twistetal gegeben. Mittlerweile hat der Antragsteller seinen Genehmigungsantrag zurückgenommen, „aufgrund von umfangreichen Änderungsplanungen“.

Twistetal - Für die Bürgerinitiative „Twiste gegen Massentierhaltung“ und Aktionsgemeinschaft Agrarwende Nordhessen e.V. ist es ein Erfolg. Der

Landwirt hat seinen Antrag auf den Bau einer Legehennenanlage in Twistetal mit mehr als 40.000 Tiere in sogenannter Bodenhaltung zurückgezogen.

Rückblick: Anfang März fand an vier Tagen ein öffentliches Anhörungsverfahren im RP Kassel statt. Mitglieder der Aktionsgemeinschaft Agrarwende Nordhessen und der Bürgerinitiative Twiste gegen Massentierhaltung hatten den rund 800-seitigen Antrag durchgearbeitet. „In akribischer Kleinarbeit“, wie AGA-Vorstand und Sprecher Andreas Grede unterstreicht.

Dabei waren sie auf umfangreiche Widersprüche, mangelhafte Gutachten und fehlende Details gestoßen. Gemeinsam mit einem Fachanwalt und einem Gutachter wurden diese im öffentlichen Verfahren vorgebracht. Auch eine Tierschutzorganisation war durch einen Anwalt vertreten.

543 gültige Einwendungen hatte es gegen die geplante Anlage gegeben. Rund 300 davon waren Unterschriftensammlungen gegen das Vorhaben. Jetzt erhielten die Einwender Post vom RP. Darin heißt es, „aufgrund von umfangreichen Änderungsplanungen“, habe der Antragsteller seinen Genehmigungsantrag zurückgenommen. Das Genehmigungsvorhaben in der bisher beantragten Form wird seitens der Behörde eingestellt.

Damit sei der Bau zunächst vom Tisch, hofft Grede: „Es geht hier nicht um die finanzielle Absicherung eines landwirtschaftlichen Betriebs. Diese Form der Tierhaltung ist nicht mehr zeitgemäß. Außerdem sind Luft und Wasser Allgemeingut. Die Gesellschaft hat deshalb ein Recht darauf, dass diese Güter geschützt werden. Die Tierdichte in Deutschland ist jetzt schon viel zu hoch. Eder und Diemel zählen bereits zu den Flüssen mit der höchsten Nitratbelastung in Deutschland. Gerade in Zeiten der Klimakrise könne man nicht so tun, als gäbe es keine Zusammenhänge mit der sogenannten Intensivtierhaltung.“

Es sieht die aktuelle Entwicklung als Signal: „Landwirte, die solche Großställe durchsetzen wollen, müssen wissen, dass Anträge keinesfalls „durchgewunken“ werden. Die Grenzen des Wachstums sind längst erreicht.“ „Es ist auch ein Signal an die Genehmigungsbehörden, Umweltauflagen und Tierschutz genau zu prüfen. Und es ist ein Signal an Politiker, gesellschaftliche Zusammenhänge zu erkennen.“

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