Das Leben in der Corona-Krise

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Rainer und Angie Wedel, Susan Burns, Hannah Campbell (v.l.) haben einen kleinen Supermarkt in ihrer Gaststätte eingerichtet.

Es ist ruhig geworden in unseren Städten, viele Menschen sind dauerhaft zu Hause und müssen sehen, wie sie mit dieser Situation klarkommen. Gleichzeit gibt es viel Kreativität an allen Ecken.

Waldeck-Frankenberg - Es ist ruhig geworden in unseren Städten, viele Menschen sind dauerhaft zu Hause und müssen sehen, wie sie mit dieser Situation klarkommen. Gleichzeit gibt es viel Kreativität an allen Ecken.

Nur wenige Geschäfte haben noch geöffnet. An den Eingängen hängt meist ein Schild, wie der Laden zu betreten ist und wie viele Leute auf einmal im Geschäft sein dürfen. Auf den Fußböden sind mit Klebebändern die Abstandszonen markiert. Viele größere Läden darf man nur mit Einkaufswagen betreten. Nach deren Nutzung kümmert sich das Personal um die Desinfektion der Griffe oder auch nicht. Manchmal steht ein Kasten mit Spray und Küchenrolle daneben, und die Kunden bedienen sich selbst. Bei einem Gartenmarkt gibt es zwei Reihen mit Einkaufswagen: benutzte und desinfizierte. Andere Geschäfte scheinen das Ganze zu ignorieren. An den Kassen gibt es schon einmal Diskussionen, weil Kunden den Abstand nicht einhalten.

Regionale Geschäfte bieten Liefermöglichkeiten oder setzen auf Online-Handel ihrer Produkte. Familie Wedel aus Vöhl-Marienhagen beispielsweise kann ihren Gasthof „Zur Jägersruh“ aktuell nur mit Lieferservice weiterführen. „Opa Rainer“ bietet einen Verkauf aus dem Fenster des Veranstaltungsraums und für viele Vöhler Ortsteile einen Lieferservice an. Auf Bestellung liefert er Grundnahrungsmittel, Milchprodukte, Hygieneartikel, Getränke, Biogemüse und mehr. Die Sachen können auch nach Bestellung abgeholt werden.

Es gibt viele spontane Aktionen und Angebote für Kranke und Hilfsbedürftige in der Region. Viele Menschen sitzen aber auch zuhause fest und müssen sich und ihre Lieben irgendwie beschäftigen, für manche ganz ungewohnt. Die Krise löst aber gleichzeitig viel Kreativität aus: Fitnessstudios machen Onlinekurse, staatliche Stellen und soziale Einrichtungen bieten Bastelkurse an. Der Korbacher Sänger Mark Freier spielte ein Konzert von Zuhause aus und übertrug es über soziale Netzwerke. Viktoria Nierhaus singt am Samstag, 4. April, ein Livekonzert aus dem heimischen Wohnzimmer. Wiederholt fanden und finden in vielen Orten „Balkonkonzerte“ statt, wo jeder mitmachen kann. Die Kirchen übertragen Gottesdienste über das Internet. Selbst genähte Gesichtsmasken sind die Renner in den sozialen Medien - mit Angeboten und Bauanleitungen.

Gleichzeitig bietet die Krise auch die Gelegenheit, neu zueinander zu finden: Brettspiele, gemeinsam Kochen, spielen, basteln, fernsehen, alte Fotos anschauen. Oder um lange Aufgeschobenes zu erledigen: das Fahrrad putzen, Schränke aufräumen, die Garage aufräumen, das Auto sauber machen, die Computerordner neu sortieren oder die Steuererklärung machen. Man kann kreativ werden, die Wohnung streichen oder neu dekorieren, Joggen, Fahrrad fahren oder Gymnastik auf dem Teppich machen. Wer an die Luft möchte, macht Gartenarbeit oder geht - mit Abstand - spazieren.

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