Lebenshilfe-Werk in Bad Wildungen eröffnet "Buch-Haltestelle"

Mitarbeiterin Denise Brandmeier, Abteilungsleiter Jürgen Horstmann, Britta Yildiz und Elena Paulus bei der Arbeit an der neu eingerichteten „Buch-Haltestelle“.
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Mitarbeiterin Denise Brandmeier, Abteilungsleiter Jürgen Horstmann, Einrichtungsleiterin Britta Yildiz und Gruppenleiterin Elena Paulus bei der Arbeit an der neu eingerichteten „Buch-Haltestelle“.

Vom alten Schinken über den Krimi bis zum Sachbuch, das Lebenshilfewerk nimmt Bücherspenden an für ihre neu eingerichtete "Buch-Haltestelle", die ein neues Tätigkeitsfeld in der Werkstatt Bad Wildungen darstellt.

Bad Wildungen - Die Werkstatt des Lebenshilfe-Werks Waldeck-Frankenberg e.V. in Bad Wildungen hat ein neues Beschäftigungsfeld für seine Mitarbeiter geschaffen. Dabei steht Literatur im Mittelpunkt. „Buch-Haltestelle“ heißt das Angebot, bei dem sich Menschen mit psychischen Erkrankungen um den Versandhandel mit gebrauchten Büchern kümmern.

„Wir möchten den Menschen hier attraktive Arbeitsangebote bieten und die Idee, EDV mehr mit in die Tätigkeiten einzubeziehen, ist nicht nur ein Wunsch der Mitarbeiter, sondern hat vor allem einen praktischen Hintergedanken“, erklärt Olaf Stapel, Fachbereichsleiter Arbeit und Vorstandsmitglied. Denn Ziel der Einrichtung sei es, die Menschen, wenn möglich, später einmal in ein Arbeitsverhältnis außerhalb der Einrichtung zu entlassen und da seien EDV-Kenntnisse bekanntlich meist Voraussetzung.

Neben der EDV werden die derzeit sieben Mitarbeiter jedoch mit verschiedensten Aufgaben betraut. Zunächst müssen die Bücher nach bestimmten Kriterien sortiert werden. „Nicht alle Bücher schaffen es in den Verkauf“, so Einrichtungsleiterin Britta Yildiz. Der Online-Versandhandel definiere ganz klar, was geht und was nicht. „Zum Beispiel stark beschädigte Bücher oder solche mit verfassungswidrigen Inhalten werden direkt aussortiert“, erklärt Gruppenleiterin Elena Paulus, die mit den Aufgaben der Buch-Haltestelle betraut ist.

Bücher, die die Kriterien für einen Verkauf erfüllen, werden elektronisch katalogisiert, eingelagert und nach dem Verkauf versendet. Der erzielte Gewinn – pro Buch erhält die Werkstatt mindestens 95 Cent – fließt direkt in die Gehälter der Mitarbeiter. „Viel wichtiger als der finanzielle Gewinn ist jedoch der positive Nebeneffekt, die Kompetenzen der Mitarbeiter zu erweitern und stärken“, verdeutlicht Yildiz.

Nun da die Startphase abgeschlossen ist und die Mitarbeiter eine gewisse Routine entwickelt haben in der Abwicklung zieht Stapel ein erstes Fazit: „Seit April läuft die Aktion nun und wir freuen uns über die Entwicklung. Aber wir brauchen einfach mehr Bücher. Wir sind auf Spenden angewiesen und freuen uns über jede einzelne.“ Bislang wurden rund 170 Bücher verkauft von 760 im Online-Shop gelisteten. Das Lager bietet jedoch Platz für mehr als 5000 Bücher.

Bücherspenden für die Buch-Haltestelle werden an den Werkstatt-Standorten in Frankenberg, Friedrich-Trost-Straße 5, und Bad Wildungen, Bahnhofstraße 17, an Werktagen von 8.30 bis 14.30 Uhr angenommen. Alle Autoren und Genres sind dabei willkommen. Weitere Informationen gibt es unter www.buch-haltestelle.de.

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