Die letzte Alarmstufe: Für Waldeck-Frankenberg gilt ab heute die Ausgangssperre

Das Lagebild der Fallzahlen zu Covid-19 für den Landkreis vom 19. Dezember 2020.
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Das Lagebild der Fallzahlen zu Covid-19 für den Landkreis vom 19. Dezember 2020.

Für den Landkreis für Waldeck-Frankenberg gilt ab dem 21. Dezember 2020 eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Die gestiegenen Infektionen mit dem Coronavirus haben dazu geführt.

Waldeck-Frankenberg - Die schwarze und letzte Alarmstufe ist nun erreicht. Für den Landkreis für Waldeck-Frankenberg gilt ab dem 21. Dezember 2020 eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Die gestiegenen Infektionen mit dem Coronavirus haben dazu geführt. Der höchste Grenzwert wird seit drei Tagen deutlich überschritten, d. h. es sind mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen registriert worden.

Das Infektionsgeschehen im Kreis ist nicht mehr nachvollziehbar und wird als diffus und sprunghaft beschrieben. Für den Landkreis ist die nächtliche Ausgangssperre alternativlos. „Weniger belastende Maßnahmen, die ebenso wirksam sind, sind nicht ersichtlich“, heißt es in der dazugehörigen Allgemeinverfügung. Darin geht der Kreis davon aus: „Die Einhaltung einer nächtlichen Ausgangsbeschränkung lässt sich im Gegensatz zu einer auch tagsüber geltenden Ausgangsbeschränkung, bei der deutlich mehr Ausnahmen zugelassen werden müssten, auch kontrollieren. Damit ist die nächtliche Ausgangsbeschränkung ein geeignetes Mittel, um den Zweck der Allgemeinverfügung zu erreichen. Denn seit Beginn der Coronapandemie haben gerade größere Zusammenkünfte im privaten Kreis immer wieder zu einem Anstieg der Infektionszahlen geführt.“ Die Regelung gilt zunächst bis einschließlich 4. Januar 2021.

„Nach dem besorgniserregenden Anstieg der Zahlen in den vergangenen Tagen haben wir uns daher dazu entschieden, noch weitergehende Schutzmaßnahmen für die Menschen in Waldeck-Frankenberg zu treffen“, begründen Landrat Dr. Reinhard Kubat und der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese diesen Schritt.Sie appellieren an die Menschen in Waldeck-Frankenberg, sich dringend an die Vorgaben zu halten.

Ausnahmen bei wichtigen Gründen

Nachts unterwegs sein darf, wer gewichtige Gründe vorzuweisen hat. Dazu zählen beispielsweise der Arbeitsweg, der Einsatz in der Feuerwehr oder Arzt- oder Krankenhausbesuch. Ausnahmen gelten auch für ehrenamtliche Rettungskräfte und Helfer, für getrennt lebende Eltern beim Zurückbringen oder Abholen von Kindern und für Menschen, die beispielsweise Familienmitglieder pflegen und betreuen. Auch Sterbebegleiter, Teilnehmer von Sitzungen kommunaler Gremien und Besucher von Gottesdiensten sind von der Regelung ausgenommen. Auch die Versorgung von Tieren stellt eine Ausnahme dar.

Die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung wird von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht. Verstöße werden mit Bußgeldern von 100 Euro pro Person belegt. Wer nachts dennoch unterwegs ist, muss dies gegenüber den Gesetzeshütern entsprechend glaubhaft begründen.

Was für Weihnachten gilt

Damit man an Heiligabend im kleinsten Familienkreis zusammenkommen kann, gilt die Ausgangssperre am 24. Dezember erst ab 24 Uhr. Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag ab 22 Uhr. Über Silvester wird es keine Ausnahmen von der Ausgangssperre geben. Der Landkreis wertet die Entwicklung des Infektionsgeschehens weiterhin permanent aus und wird Anfang Januar über die Lage entscheiden.

Aktuell Stand: 19. Dezember 2020) sind 652 Personen mit dem Virus infiziert. 32 Todesfälle sind dem Landkreis bekannt. 89 Menschen liegen in den Krankenhäusern, darunter 14 auf den Intensivstationen. 1.420 Menschen haben die erste Infektion überstanden. Insgesamt kamen bis dato nachweislich 2.104 Menschen in Waldeck-Frankenberg mit dem Virus in Kontakt. Der anfangs beschriebene Inzidenzwert liegt bei 277.

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