Löcher im Netz: Landkreis hinkt bei Mobilfunk hinterher

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Der Landkreis liegt bei der Mobilfunkverbreitung hessenweit auf dem drittletzten Platz.

Die Mobilfunkversorgung im Landkreis ist mit 82,1 Prozent auf dem drittletzten Platz in Hessen. Die Politik kann darüber diskutieren, aber nichts tun.

Waldeck-Frankenberg. In den Mobilfunknetzen im Landkreis gibt es weiße Flecken: In manchen Orten muss man auf den Berg fahren oder Kirchturm steigen, um mobil zu telefonieren, in manchen Häusern funktioniert das Netz nur in bestimmten Räumen, in Vöhl-Basdorf nur auf dem Friedhof. Wer mit dem Auto unterwegs ist, bekommt diese Lücken noch häufiger zu spüren.

Das ist für Geschäftsleute ärgerlich und passt schon gar nicht zu Hessens Tourismusregion Nummer 1. So gab es im Juni auch eine Anfrage der Abgeordneten Dr. Daniela Sommer (SPD) aus Frankenberg im Hessischen Landtag. Und in der Tat liegt die Mobilfunkversorgung im Landkreis mit 82,1 Prozent auf dem drittletzten Platz in Hessen.

Das ist nach Einschätzung der Bundesnetzagentur und des zuständigen Ministeriums einerseits auf schwierige Topografie, zum anderen auf die Angebote der Netzbetreiber zurückzuführen. Im Internet können sich Verbraucher unter dem Stichwort „Breitbandnetz“ auf die Suche begeben nach Karten der Internet- und Mobilfunkversorgung.

Das Thema beschäftigte den Kreistag in seiner vergangenen Sitzung ebenfalls, auf Antrag von CDU und SPD. Festzustellen war, dass die drei Netzanbieter im Wettbewerb zueinander stehen und von politischer Seite nur gering bis nicht zu beeinflussen sind. Das heißt im Klartext: Die Politik kann darüber diskutieren, aber nichts tun.

Einzige Hoffnung: Der Ausbau des Breitbandnetzes könnte zukünftig freie Kapazitäten für den Mobilfunk möglicherweise erweitern. Und die Politik kann bei der Einführung der nächsten Netzgeneration 5G auch darauf achten, eine Flächenvorgabe vertraglich festzulegen. So konnte der Kreistag die Erkenntnisse auch nur mehr oder wenig achselzuckend zur Kenntnis nehmen. Fazit einiger Redebeiträge: “Vielleicht war die Privatisierung der Telefonie vor Jahrzehnten doch nicht so toll.“ Ingo Hoppmann (die Linke) freute sich über diese Einsicht: „Privatisierung ist nie gut, ein Kernsatz linker Politik, toller Sinneswandel.“

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