Männer sind häufiger im Temporausch: Rasen setzt Hormone frei

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Für manche ist es ein Nervenkitzel, wenn die Tachonadel sich dem Anschlag nähert.

Männer sind meist die Raser. Wenn jemand ein Vermögen für einen schnellen Sportwagen ausgibt, steckt dahinter oft genug das hormonelle Erbe unserer Spezies, sagt Psychologe Dr. Buchstaller von TÜV.

Waldeck-Frankenberg. „Mein Maserati fährt 210 - schwupp - die Polizei hat's nicht geseh'n. Das macht Spaß! Ich geb' Gas, ich geb' Gas!“, sang Markus 1982 in seinem Neue-Deutsche-Welle-Song. Doch was passiert, wenn man mit 210 km/h über die Autobahn fährt?

Der Puls steigt und das Herz pocht. Das liegt daran, dass der menschliche Körper das Stresshormon Adrenalin ausschüttet. Gleichzeitig setzt das Gehirn Glückshormone, sogenannte Endorphine frei. Sie sind ein körpereigenes Schmerzmittel. Dann paart sich Aufregung mit Wohlgefühl. Geschäftsleute und junge Kerle fahren besonders gerne schnell. Potentielle Raser sind also vor allem männlich. Das fand kürzlich eine Gruppe israelischer Verkehrsforscher heraus.

Besonders Geschlecht und Alter beeinflussen, wie schnell wir fahren. Doch nicht jeder empfindet diese Art von Nervenkitzel als angenehm. Geschwindigkeit wird vom Menschen über Sensoren in den Sinnesorganen wahrgenommen. Bewegt er sich auf den eigenen Beinen voran, melden Muskeln und Gelenke Aktivität an das Gehirn. Das Gleichgewichtsorgan im Ohr und die Augen, die die Geschwindigkeit erfassen, geben zusätzliche Informationen weiter. Diese Daten laufen in der „Geschwindigkeitszentrale im Gehirn zusammen – dem entorhinalen Cortex.

Das norwegische Forscherpaar May-Britt und Edvard Moser hat gemeinsam mit dem US-Amerikaner John O´Keefe in dieser Region des Hirns sogenannte Speed-Zellen entdeckt. Das sind Neuronen, die immer dann feuern, wenn der Körper sehr aktiv wird.

„Männer neigen eher dazu, sich intensiven Reizen auszusetzen und Risiken einzugehen“, sagt der Psychologe Dr. Ralf Buchstaller vom TÜV NORD. „Man spricht dabei von Sensation-Seeking: der Suche nach Stimulation, nach Abwechslung und Abenteuern.“ Ist diese Gruppe Männer dann noch mit dem entsprechend motorisierten Sportwagen unterwegs, kann das schnell gefährlich werden.

„Wenn jemand ein Vermögen für einen schnellen Sportwagen ausgibt, steckt dahinter oft genug das hormonelle Erbe unserer Spezies“, erklärt Dr. Buchstaller von TÜV NORD. In der Wildnis könnten diese Hormone durchaus das Überleben erleichtern. Doch im Berufsverkehr nützten sie wenig, so der Psychologe: „Da fahren wir mit 200 Stundenkilometer auf ein Stauende auf.“

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