Margarete Janson soll die angeschlagene Kreisklinik in eine stabile Zukunft führen

Margarete Janson ist seit einer Woche die neue Geschäftsführerin des Kreiskrankenhauses Frankenberg.
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Margarete Janson ist seit einer Woche die neue Geschäftsführerin des Kreiskrankenhauses Frankenberg.

Das Kreiskrankenhaus Frankenberg hat eine neue Geschäftsführerin: Margarete Janson hat die Leitung der finanziell angeschlagenen Kreisklinik übernommen. Sie löst damit Gerhard Hallenberger ab. Der hatte zuletzt keinen leichten Stand, da es der Klinik zwischenzeitlich an einem funktionierenden Controlling fehlte.

Frankenberg - Das Kreiskrankenhaus Frankenberg bekommt eine neue Geschäftsführerin. Margarete Janson (54) übernimmt die Leitung der Kreisklinik. Sie löst nach einer Einarbeitungszeit Ende des Jahres Gerhard Hallenberger ab.

Intensive Gespräche seien deswegen in den vergangenen Wochen geführt worden, wie der Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Klinik Dr. Reinhard Kubat mitteilt. Ihm zufolge habe sich der Aufsichtsrat nach einschlägiger Beratung auch mit dem Kreisausschuss des Landkreises für Margarete Jason entschieden.

„Wir freuen uns, Frau Janson für unser Kreiskrankenhaus gewinnen zu können, heißen sie herzlich willkommen und wünschen alles Gute für die neue Aufgabe, in der wir ihr unsere vollste Unterstützung zusagen“, so Dr. Kubat.

Volle Unterstützung ist auch nötig bei der finanziell angeschlagenen Kreisklinik. Gerhard Hallenberger, der das Haus seit Januar 2018 geführt hat und Ende des Jahres in den Ruhestand verabschiedet wird, schätzte 2019 den Investitionsbedarf in den kommenden 10 Jahren auf rund 38 Millionen Euro netto.

Außerdem gab es 2019 bei der wirtschaftlichen Führung im Kreiskrankenhaus eklatante Defizite. So wurden im Kreiskrankenhaus Leistungen erbracht und nicht oder nicht richtig abgerechnet, weil das Controlling fehlte.

Wegen der prekären Situation, wie sie der Landrat damals beschrieb, wurde eine gesonderte aktuellen Stunde des Kreistags angesetzt und Hallenberger in die Pflicht genommen. Der Kreistag fordert vom Geschäftsführer, dass er sämtliche strategischen und organisatorischen Maßnahmen ergreift, um die wirtschaftliche Situation des Krankenhauses nachhaltig zu stabilisieren. Dazu zählt insbesondere eine Geschäftsprozessuntersuchung.

Zudem sollte der Geschäftsführer seitdem den Landkreis jeden Monat über die ergriffenen Maßnahmen und erreichten Ziele informieren.

Für Margarete Janson wird es eine Herausforderung sein, strategisch und organisatorisch das Ruder herumzureißen und ruhigere Gewässer anzusteuern.

Laut Landkreis ist sie eine Expertin, was das Gesundheitswesen anbelangt. Sie begann ihre Laufbahn mit einer klassischen Ausbildung zur Krankenschwester. In der Kreisklinik absolvierte sie einen Lehrgang zur Stationsleitung.

Berufsbegleitend absolvierte sie ein betriebswirtschaftliches Studium in der Fachrichtung Krankenhausmanagement und arbeitete danach bereits in verschiedenen Einrichtungen in leitender Position oder als Geschäftsführerin.

Ab 2009 leitete sie die Sana Rheumazentrum Rheinland-Pfalz AG, von 2013 bis 2018 etablierte sie die Sana-Kliniken Bad Wildbad in der Krankenhauslandschaft und war anschließend ab 2019 in der Geschäftsführung der Ratinger Fachklinik 360° tätig.

„Auf meine neue Tätigkeit freue ich mich sehr“, sagt die in Bad Berleburg geborene Betriebswirtin. „Nicht zuletzt auch daher, da ich das Kreiskrankenhaus Frankenberg bereits aus Zeiten meiner Stationsleiter-Fortbildung kenne, fühle ich mich dem Haus und der Region sehr verbunden.“ Sie freue sich auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

„Für ihre Tätigkeit wünsche ich ihr viel Erfolg und Freude und bitte auch unsere gesamte Belegschaft, meine Nachfolgerin herzlich aufzunehmen und zu unterstützen“, so Gerhard Hallenberger.

Gemeinsam mit Gerhard Hallenberger, der sie einarbeiten soll, wird sie bis Ende des Jahres gemeinsam die Geschäfte führen, bevor er sich in den Ruhestand verabschiedet. „Ich bin sehr zufrieden, dass unser Kreiskrankenhaus mit Frau Janson eine Geschäftsführerin bekommt, die das Gesundheitswesen von der Pike auf gelernt hat“, betont Hallenberger. „Für ihre Tätigkeit wünsche ich ihr viel Erfolg und Freude und bitte auch unsere gesamte Belegschaft, meine Nachfolgerin herzlich aufzunehmen und zu unterstützen.“

„Auch ich sehe einer guten und konstruktiven Zusammenarbeit mit Frau Janson entgegen. Gemeinsam mit meinen Chefarztkollegen der sieben weiteren Fachkliniken unseres Hauses bin ich überzeugt, dass wir gemeinsam das Kreiskrankenhaus in eine stabile Zukunft führen werden.“ so Dr. Oliver Schuppan, ärztlicher Direktor der Kreisklinik und Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie.

„Gerhard Hallenberger ist ein absoluter Fachmann mit langjähriger Erfahrung im Krankenhauswesen“, sagt Dr. Reinhard Kubat. „Für sein Engagement in der Kreisklinik in den vergangenen Jahren danke ich ihm auch im Namen der Gremien sehr herzlich.“ Für seinen weiteren Lebensweg im wohlverdienten Ruhestand wünscht ihm der Landrat zudem alles Gute – und betont auch in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender einmal mehr die herausragende medizinische Qualität der Klinik – und vor allem das unermüdliche Engagement der Mitarbeiterschaft.

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