Maschinen für 16 Millionen Euro gewartet: Pumpspeicherkraftwerk Waldeck 2 wieder im Vollbetrieb

In der Kaverne unter dem Peterskopf befinden sich zwei solcher Maschinensysteme, die für die Stromerzeugung beziehungsweise Entladung mittels Wasserkraft  sorgen. Eines wurde nun aufwändig für 16 Millionen Euro gewartet.
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In der Kaverne unter dem Peterskopf befinden sich zwei solcher Maschinensysteme, die für die Stromerzeugung beziehungsweise Entladung mittels Wasserkraft  sorgen. Eines wurde nun aufwändig für 16 Millionen Euro gewartet.

Ein Jahr lang wurde der Maschinensatz M5 des Pumpspeicherkraftwerks Waldeck 2 gewartet. 16 Millionen Euro hat sich das Betreiber Uniper kosten lassen.

Edertal - Wenn sich Generator und Turbine des Maschinensatzes M5 des Pumpspeicherkraftwerks Waldeck 2 drehen, sind 500 Tonnen in Rotation. Unvorstellbare Kräfte werden dabei freigesetzt und lasten auf den Bauteilen der Maschine – der Verschleiß ist entsprechend.

Um den reibungslosen Betrieb sicherzustellen, ist etwa alle 12 Jahre eine komplette Wartung notwendig. Und diese erfordert aufgrund der Dimensionen einen extremen Aufwand. Dafür war es nun wieder an der Zeit. Von Januar 2018 bis Januar 2019 haben die Arbeiten gedauert und den Betreiber Uniper rund 16 Millionen Euro gekostet.

Etwa 20 Schwertransporte haben sich auf den Weg gemacht, um die Bauteile zuerst von der Kaverne unterhalb des Peterskopfes bis ins Herstellerwerk in Heidenheim zu transportieren und anschließend wieder an ihren angestammten Platz zu verfrachten. Darunter auch zwei sogenannte Turbinenkugelschieber mit einem Gewicht von 135 und 90 Tonnen.

Nun sind die Arbeiten abgeschlossen und der Maschinensatz läuft nach erfolgreichem Probebetrieb wieder wie gewohnt. Hauptaufgabe des Pumpspeicherkraftwerks ist, für den Ausgleich der Stromschwankungen im Netz zu sorgen, die durch die Einspeisung von Wind- und Solarenergie zustande kommen.

Tonnenschwere Teile wie dieser Generator mussten im Januar 2018 aus der Kaverne, die 800 Meter tief im Berg liegt, nach Heidenheim ins Herstellerwerk transportiert werden, um dort wieder fit für den Betrieb gemacht zu werden.

So kann die Anlage dem Netz einerseits Strom entziehen, indem es Energie aufwendet, um Wasser in das 5 Millionen Kubikmeter fassende Speicherbecken auf dem Peterskopf zu pumpen. Andererseits kann sie Energie in das Netz einspeisen. Insgesamt können die beiden Turbinen des Pumpspeicherkraftwerks Waldeck 2 bis zu 480 Megawatt elektrische Leistung liefern. „Das ist der Energiebedarf der Stadt Frankfurt am Tag“, sagt Jörg Lingelbach, Leiter Betrieb und Instandhaltung. „Der Vorteil ist, dass wir auf Schwankungen im Netz extrem schnell reagieren können.“

In nur 20 Sekunden schafft eine Turbine den Lastsprung von 20 auf 240 MW. Dazu strömt das Wasser aus dem Oberbecken aus einer Fallhöhe von rund 330 Metern durch die Turbinen. Neun Stunden kann das Kraftwerk seine Maximalleistung fahren, bis das Speicherbecken bis zur Untergrenze entleert ist. Zum Vergleich: An der Edertalsperre werden 20 MW elektrische Leistung erzeugt.

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