An der Mauer ist für Fische Schluss

Edersee. Für eine Fischaufstiegshilfe im Bereich der Staumauer des Edersees ist die Kreisverwaltung nach eigener Aussage nicht zuständig. "Die

Edersee. Für eine Fischaufstiegshilfe im Bereich der Staumauer des Edersees ist die Kreisverwaltung nach eigener Aussage nicht zuständig. "Die Eder- und die Diemeltalsperre sind nach dem Grundgesetzes als Teil der Bundeswasserstraße Weser Eigentum des Bundes und werden von diesem durch eigene Behörden verwaltet", heißt es in der Kreistags-Stellungnahme. Diese Ansicht teilen der Verband Hessischer Fischer und der BUND Waldeck-Frankenberg nicht.

"Der Verweis auf die Zuständigkeit des Bundes sollte den Landkreis nicht zur Untätigkeit verleiten. Eine Fischaufstiegsanlage am Edersee wäre eine weitere Attraktion für die Nationalparkregion", lautet die gemeinsame Einschätzung. Finanziert werden könnte das Vorhaben indem verschiedene Ausgleichsmaßnahmen gebündelt werden. So hatte es auch die FWG-Fraktion im Kreistag vorgeschlagen.

"Es erscheint sinnvoller, größere Projekte umzusetzen, als beispielsweise eine Handvoll Bäume an einer umgebauten Straße zu platzieren", so die Fischer und Umweltschützer. Der Landkreis sieht es "gegenwärtig weder als möglich noch sinnvoll an, zügig die Eder- und Diemeltalsperre für Fische durchgängig zu machen, verkündete Landrat Dr. Reinhard Kubat im Kreistag.

"Die Strategie erst einmal abzuwarten, bis Bereiche abwärts der Weser durchgängig gestaltet werden, kann nicht akzeptiert werden." Schließlich gehe es darum, die von der EU vorgegebenen Fristen einzuhalten. Beide Verbände hatten sich im vergangenen Jahr an Staatsministerin Puttrich gewandt.

Die Durchgängigkeit der Staumauer soll auch dazu dienen, die "Europäische Wasserrahmenrichtlinie" umzusetzen. Sollte die Richtlinie nicht umgesetzt werden, sei mit Sanktionen seitens der EU zu rechnen. An der Edertalsperre sind es 47 Meter und an der Diemeltalsperre 42 Meter Höhenunterschied, die es zu überwinden gilt. Dafür fehlt der Kreisverwaltung eine wissenschaftlich fundierte Anlage, die den Fischen nachweislich ein Ab- und Aufwandern ermöglicht. Seitens des zuständigen Bundesverkehrsministeriums wird an einem Sonderprogramm für die Herstellung der Durchgängigkeit an allen 337 Stauanlagen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung gearbeitet. Es sei mit Kosten in Höhe von insgesamt 700 Millionen Euro und zusätzlichen Personalkosten von 7,7 Millionen Euro pro Jahr zu rechnen.

Bei dem bisher angedachten Sonderprogramm mit einer Laufzeit von 20 Jahren sei von rund 43 Millionen Euro pro Jahr auszugehen. Also rund 860 Millionen Euro, die Deutschland dafür aufbringen muss. Zwar werde schon an einer Reihenfolge der Umsetzung gearbeitet, aber Eder- und Diemeltalsperre sind wegen "besonders hohen Schwierigkeitsgraden" noch nicht einmal für die Arbeitsliste vorgesehen.

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