May: „Esst weniger Fleisch“

Hersfeld-Rotenburg. Über große Resonanz konnten sich die Grünen bei ihrem Themenabend "Grüne Agrarpolitik für Hessen" in Bad Hersfeld f

Hersfeld-Rotenburg. Über große Resonanz konnten sich die Grünen bei ihrem Themenabend "Grüne Agrarpolitik für Hessen" in Bad Hersfeld freuen. In der voll besetzten Geschäftsstelle referierte der agrarpolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, Daniel May, über das Thema und erläuterte die Ziele und Forderungen der Grünen für eine nachhaltige Landwirtschaft.

In der anschließenden sehr angeregten und konstruktiven Diskussion ging es dann um das aktuelle Thema Antibiotika im Tierfutter, aber auch um die sinnvolle Nutzung von Bioenergie und Möglichkeiten der Vermarktung von regionalen Produkten aus ökologischer Landwirtschaft. Mehrere anwesende Landwirte berichteten von ihren Problemen beim Verkauf ihrer Produkte und forderten eine Umverteilung der staatlichen Subventionen zu Gunsten des Ökolandbaus.

Sehr lebhaft wurde über den Einsatz von Antibiotika in der Geflügelzucht diskutiert. Daniel May konnte hier berichten, dass die Landesregierung nicht Willens oder in der Lage war, ihm auf seine Anfrage über Art und Menge der verwendeten Antibiotika in Hessens Geflügelbetrieben Auskunft zu geben. Der Fund antibiotikaresistenter Keime auf Hähnchenfleisch beunruhigte die Anwesenden und es wurde die Forderung nach einer strengen gesetzlichen Regelung beim Einsatz von Antibiotika laut.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im dortigen Kreistag, Jörg Althoff, stellte klar: "Insbesondere bei Hähnchenmastanlagen handelt es sich nicht mehr um landwirtschaftliche Betriebe, sondern um Industrieanlagen, die auch nicht mehr als privilegierte Bauvorhaben im Außenbereich durch die zuständigen Behörden genehmigt werden sollten. Auch hier bedarf es dringend einer gesetzlichen Änderung." Dass eine Regulierung auf Bundes- und vor allem EU-Ebene im Bereich Landwirtschaft dringend notwendig ist, bestätigten alle Anwesenden.

Daneben wurde aber auch deutlich, dass ein Umdenken in der Gesellschaft erforderlich ist. Die Arbeit der Landwirte verdient einen höheren Stellenwert und ein angemessenes Einkommen. Es muss möglich sein, auch dann von der Landwirtschaft zu leben, wenn sie nicht im industriellen Maßstab betrieben wird. Deshalb sollte schon beim Einkauf jeder Einzelne auf Qualität achten und Produkte aus der Region bevorzugen. May: "Das muss nicht nur eine Frage des Geldbeutels sein. Besser wäre es, weniger Fleisch zu essen, dafür dann aber auf Bioqualität zu achten. Hier sollte bereits im Elternhaus und in den Schulen angesetzt werden, um die Kinder für dieses Thema zu sensibilisieren."

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