Mehr Geld am Bau und auf dem Dach: Mindestlohn für Facharbeiter im Kreis angehoben

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Dachdecker, die einen Gesellenbrief in der Tasche haben, bekommen zukünftig mindestens 12,90 Euro pro Stunde. Der Mindestlohn im Baugewerbe ist auf 14,95 Euro pro Stunde gestiegen.

Die IG BAU Nordhessen spricht von einem „wichtigen Schritt“ für Tausende Beschäftigte in der Region. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg betrifft die neue Gehaltsuntergrenze insgesamt knapp 1.800 Arbeitnehmer.

Waldeck-Frankenberg - Sowohl im Bauhandwerk als auch bei den Dachdeckern ist der Mindestlohn heraufgestuft worden. Das Betrifft im Kreis rund 1.800 Arbeitnehmer.

Der Mindestlohn im Bauhandwerk ist auf 14,95 Euro pro Stunde gestiegen. Das ist ab sofort das Lohnfundament für gelernte Fachkräfte. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg betrifft die neue Gehaltsuntergrenze insgesamt 1.600 Bauarbeiter in 143 Bauunternehmen. Damit stehen laut Pressemeldung der Industriegewerkschaft BAU am Monatsende 43 Euro mehr auf dem Lohnzettel.

Die IG BAU Nordhessen spricht von einem „wichtigen Schritt“ für Tausende Beschäftigte in der Region. „Der Bau brummt. Die Geschäfte laufen so gut wie seit vielen Jahren nicht mehr. Jetzt bekommen die Bauarbeiter etwas von den steigenden Umsätzen ab“, sagt Bezirksvorsitzender Klaus Michalak. Gestiegen ist außerdem der Helfer-Lohn auf dem Bau. Wer ohne abgeschlossene Berufsausbildung arbeitet, hat nun Anspruch auf einen Stundenlohn von 11,75 Euro.

Michalak: „Die Beschäftigten sollten jedoch genau prüfen, welche Bezahlung ihnen zusteht. Oft versuchen Betriebe, Facharbeiter mit dem Helfer-Lohn abzuspeisen, doch das ist illegal.“ Entscheidend für die fair bezahlte Arbeit auf dem Bau sei ohnehin nicht der Mindest-, sondern der Tariflohn. Der liegt zurzeit bei 19,51 Euro pro Stunde. Antworten auf alle Fragen rund um den Lohn bietet die Info-Hotline der IG BAU unter 0391-40 85232.

Auch die Lohnerhöhungen für Dachdecker sind im wahrsten Sinne des Sprichwortes unter Dach und Fach. Für die rund 190 Arbeiter dieser Berufsgruppe im Landkreis Waldeck-Frankenberg gilt ein neuer Facharbeiter-Mindestlohn. „Dachdecker, die einen Gesellenbrief in der Tasche haben, müssen jetzt mindestens 12,90 Euro pro Stunde bekommen“, so Klaus Michalak. Das Plus für Vollzeitbeschäftigte liegt damit bei rund 2,3 Prozent und 120 Euro im Monat.

Alle Dachdeckerbetriebe müssen sich an die Lohnuntergrenze halten. Die Gewerkschaft rät den Dachdeckern im Kreis Waldeck-Frankenberg, ihre nächste Lohnabrechnung zu prüfen. „Besonders Fachleute müssen darauf achten, nicht mit einem Helfer-Mindestlohn von 12,20 Euro abgespeist zu werden“, sagt Michalak. Gewerkschaftsmitgliedern, die in einem Innungsbetrieb arbeiten, steht sogar der Tariflohn zu. Der liegt derzeit bei 18,08 Euro pro Stunde, so die IG BAU.

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