Mehr Geld, mehr Mitglieder - Der Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg wächst

Waldeck-Frankenberg. Die Gemeinde Vöhl erhöht ihre bereits bestehende Beteiligung und die Gemeinden Bromskirchen und Hatzfeld sowie die Stadt Bad Wi

Waldeck-Frankenberg. Die Gemeinde Vöhl erhöht ihre bereits bestehende Beteiligung und die Gemeinden Bromskirchen und Hatzfeld sowie die Stadt Bad Wildungen treten dem Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg bei gegen Gewähr von Sitz und Stimme. Die vier Kommunen beteiligen sich mit insgesamt 2,5 Millionen Euro Bareinlage an dem Zweckverband.

Der Zweckverband legt dieses Geld in die Energie Waldeck-Frankenberg GmbH (EWF) ein und erhält dafür zusätzliche Geschäftsanteile. Dem Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg gehörten bisher der Landkreis Waldeck-Frankenberg, die Stadt Korbach, die Stadt Fritzlar sowie die Gemeinde Vöhl als Verbandsmitglieder an.

Bereits zum 1. Januar 2012 traten die Kommunen Bad Arolsen, Breuna (Landkreis Kassel), Diemelsee, Edertal, Lichtenfels, Twistetal und Volkmarsen mit insgesamt 6 Millionen Euro Bareinlage dem Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg bei. Bereits jetzt kommt ein Großteil der Gewinne und Investitionen der EWF der Region zugute und Beitritte weiterer Kommunen zum Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg wurden bereits beschlossen.

Der Zweckverband ist zum 1. Juli 2012 mit 53,7 Prozent Anteilseigner der EWF. Die restlichen Anteile, 46,3 Prozent, hält die Thüga AG, die sich in ausschließlich kommunaler Hand befindet.

Landrat Dr. Reinhard Kubat begrüßt ausdrücklich den Beitritt weiterer Kommunen zum Zweckverband: "Die Energiewende kann nur mit den Kommunen und ihren Bürgern gemeinsam umgesetzt werden. Der Beitritt weiterer Städte und Gemeinden zum Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg ist Teil eines umfassenden Konzepts zur Beteiligung der Gemeinden des Landkreises an Projekten der Erneuerbaren Energien. Damit kann ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsförderung geleistet werden."

Stimmen der neuen Anteilseigner

Bürgermeister Volker Zimmermann, Bad Wildungen: "Die Stadt Bad Wildungen sieht die Beteiligung am Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg als Anlage mit guter Rentabilität. Es ist uns wichtig, dass Bad Wildungen am regionalen Energieversorgungsunternehmen und auch an der Energieerzeugung beteiligt ist. Dies stärkt das Unternehmen EWF, stärkt die Stadt und stärkt den Landkreis. Weiterhin ist es wichtig im umkämpften Energiemarkt wettbewerbsfähig zu sein. Dies geht im kommunalen Bereich nur gemeinsam. Gleichzeitig muss Energiesicherheit auch bezahlbare Energie bieten."

Bart van der Meer, Erster Stadtrat der Stadt Bad Wildungen unterstreicht: "Gleichzeitig haben wir die Möglichkeit, uns an Windkraftanlagen zu beteiligen, auch wenn rund um Bad Wildungen keine geeigneten Standorte zur Verfügung stehen."

Bürgermeister Karl-Friedrich Frese, Bromskirchen: "Die EWF hat für Bromskirchen vor Ort eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Energiewende. In eineinhalb Jahren der Zusammenarbeit haben wir mit EWF die allerbesten Erfahrungen gemacht."

Bürgermeister Uwe Ermisch, Hatzfeld: "Unsere Beteiligung ist auch mit Erwartungshaltungen verbunden. Besonders positiv ist für uns die Präsenz der EWF vor Ort. Wir erwarten eine positive Weiterentwicklung der Kommune gemeinsam mit dem Energieversorger."

Bürgermeister Harald Plünnecke, Vöhl, unterstreicht mit Nachdruck: "Wir sehen die Erhöhung der Einlagen keinesfalls als Risikokapital, sondern als Investition in die Zukunft, insbesondere im Zusammenhang mit der vom Kreistag beschlossenen Energiewende. Und mir ist um unsere Einlage nicht bange, denn diese ist in guten und sicheren Händen. Jeder Cent Gewinn entlastet die Kommunen bei der Kreisumlage."

EWF im Kurzportrait (Zahlen 2011)

Als Energiedienstleistungsunternehmen beliefert die Energie Waldeck-Frankenberg GmbH (EWF) derzeit 75.500 Haushalte, Industrie- und Gewerbebetriebe mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser. Im 1.250 Quadratkilometer großen Versorgungsgebiet, das Teilbereiche der Landkreise Schwalm-Eder und Kassel sowie große Teile des Landkreises Waldeck-Frankenberg umfasst, leben rund 121.000 Menschen.

Im Jahr 2011 erwirtschaftete die EWF einen Umsatz in Höhe von 170 Millionen Euro. Mehr als 18 Millionen Euro wurden investiert, um die Sicherheit der Energie- und Wasserversorgung nachhaltig zu gewährleisten.

Neben der reibungslosen Energieversorgung ist das Unternehmen auch für den Linienverkehr in Waldeck-Frankenberg und den Bäderbetrieb in Korbach und im Henkelbad in Vöhl zuständig. Darüber hinaus bestehen Bäderkooperationen mit den Kommunen Diemelsee und Diemelstadt.

Von der zentralen Netzleitstelle in Korbach werden rund um die Uhr alle Elemente des Versorgungsnetzes (2.787 Kilometer Nieder- und Mittelspannungsleitungen, sechs Umspannwerke, 919 Umspannstationen, 760 Kilometer Erdgasleitungen, 124 Erdgas-Druckregelanlagen, 4,3 Kilometer Fernwärmeleitungen sowie 193 Kilometer Wasserleitungen mit acht Wassergewinnungs- und Förderanlagen und elf Wasserhochbehältern) überwacht und gesteuert.

Für Kommunen und Wasserbeschaffungsverbände erstellt EWF Fernwirk- und Leitsysteme zur Überwachung kommunaler Wassergewinnungsanlagen. Kommunale Partner nutzen die von EWF aus Geografischen Informationssystemen tagesaktuell für Wasser- und Abwasserleitungssysteme zur Verfügung gestellten Daten.

Dabei ist EWF ist nicht nur wichtiger Arbeitgeber, der 269 Arbeitsplätze bietet und sich zuverlässig für die Ausbildung der 16 Azubis in vier Ausbildungsberufen engagiert. Die Investitionen des Energiedienstleistungsunternehmens kommen zu großen Teilen unmittelbar der Region wirtschaftlich zugute. Zahlreiche Projekte und ökologisch nachhaltige Impulse sind in enger Zusammenarbeit mit EWF als Energie- und Wasserversorger vor Ort initiiert. Gleichzeitig setzt sich das Energiedienstleistungsunternehmen vor Ort für Energieeffizienz ein: Energieeinsparberatung und Förderprogramme sind Bestandteil der Serviceangebote, die allen EWF-Kunden zur Verfügung stehen. EWF hat sich auf leitungsgebundene Energieträger und deren effiziente und zukunftsorientierte Steuerung spezialisiert. Hierfür ist es erforderlich, Leitungsdaten und modernste Technologien zu vernetzen. So schafft das Unternehmen Zusatznutzen für die Region. Gleichzeitig ist EWF als gesellschaftlich verantwortliches Unternehmen in besonderer Weise der Region verbunden. EWF engagiert sich als Sponsor zahlreicher sozialer, schulischer, kultureller und sportlicher Initiativen, wobei ganz besonders Vereine mit umfassender Jugendarbeit unterstützt werden.

Netzgebiet wächst mit neuen Konzessionen

EWF konnte neue Partner in der Region gewinnen und wird damit das Netzgebiet erheblich vergrößern: Die Stadt Volkmarsen und die Gemeinde Vöhl entschieden sich ganz für EWF. Zuvor hatten sie Teilkonzessionen an EWF und E.ON vergeben.

Neben Breuna wird EWF auch in Wahlsburg (Weser), in Trendelburg sowie den Waldeck-Frankenberger Städten und Gemeinden Battenberg, Bromskirchen, Frankenau und Hatzfeld für den Stromnetzbetrieb die Verantwortung übernehmen. Die Konzession für die Erdgasversorgung in Bromskirchen übernahm EWF bereits Anfang des Jahres und baute in knapp vier Monaten ein Erdgasnetz auf. Ein neues Erdgasnetz baut EWF derzeit auch in der Gemeinde Vöhl auf.

Vom EWF-Stützpunkt in Volkmarsen aus, der Anfang Dezember 2011 im grundsanierten Bahnhofsgebäude eröffnet wurde, werden EWF-Mitarbeiter die nordöstlich gelegenen EWF-Netzgebiete betreuen. Für das Obere Edertal baut EWF einen Stützpunkt in Battenberg auf.

Allein für den Stützpunkt in Volkmarsen hat EWF bereits drei Mitarbeiter neu eingestellt. Mindestens zwei weitere werden kurzfristig folgen. Auch für den Stützpunkt in Battenberg wurden bereits drei Mitarbeiter eingestellt, die sich derzeit auf ihre künftigen Aufgaben vorbereiten.

Beteiligungen erweitert

Mit der erweiterten Beteiligung der Gemeinde Vöhl (zusätzlich 500.000 Euro, insgesamt eine Million Euro) sowie dem Beitritt der Gemeinden Bromskirchen (500.000 Euro), Hatzfeld (500.000 Euro) und der Stadt Bad Wildungen (eine Million Euro) steigt nicht nur der Einfluss der kommunalen Familie auf alle Entscheidungen, die EWF betreffen. Die Kommunen erhalten auch die Möglichkeit, aktiv an der Energiewende teilzunehmen. Der Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg hat die VEW gegründet. Der vertraute Name steht für die neue Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH, kurz VEW.

Energiewende in der Region

Die Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH (VEW) wird ihren lokalen Beitrag zur Minderung der Treibhausemissionen und zum Ausstieg aus der atomaren Energieerzeugung sowie der Schonung fossiler Energieressourcen für künftige Generationen leisten. Deshalb widmet die Gesellschaft erstrangig den sogenannten "Erneuerbaren Energieformen" ihren Firmenzweck.

Hierfür legt das Verbandsmitglied Landkreis Waldeck-Frankenberg gegen Gewähr von Sitz und Stimmen einen Betrag in Höhe von 12 Millionen Euro in den Zweckverband ein. Der Anteil des Verbandsmitglieds Landkreis Waldeck-Frankenberg erhöht sich somit auf 1.005 Anteile.

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