200 Kilometer unterwegs auf der Suche nach einem Handy

Wer glaubt, die Nachricht sei ein Fake, der irrt. Die Polizei in Marburg-Biedenkopf wurde Zeuge einer ganz besonderen Suche nach einem Handy.

Biedenkopf. Es gibt Menschen, die gehen für ihr Handy weite Wege. Mehr als 200 Kilometer sind allerdings schon ein Hausnummer.

Ein junger Mitarbeiter einer Produktionsfirma in Marienheide (Gemeinde des Oberbergischen Kreises im Regierungsbezirk Köln/Nordrhein-Westfalen) vermisste sein Handy. Er bemerkte am Mittwoch, 14. Juni 2017, um etwa 15.45 Uhr den Verlust seines i-Phones und konnte es trotz sofortiger, hektischer Suche nirgends in der Firma finden.

Er gab aber nicht auf und suchte sein Handy mit einer entsprechenden App über das Telefon eines Arbeitskollegen. Die zeigte ihm ein Signal, das sich in Richtung Südosten bewegte. Er setzte sich ins Auto und folgte der angezeigten Bewegung. Immer weiter und weiter führte ihn die App.

Auf der Umgehungsstraße bei Biedenkopf erspähte er einen polnischen LKW, der zuvor in der Produktionsfirma beladen worden war. Er schaffte es den Lastwagen anzuhalten und rief um 18.45 Uhr die Polizei, da er an einen Diebstahl glaubte. Tatsächlich zeigte die App das Vorhandensein des Handys an. Also gab es Durchsuchungen.

Dass Handy tauchte aber weder bei den Personen noch im Auto des Besitzers oder im Führerhaus des Lastwagens auf. Der Laderaum war voll mit Tausenden von Kunststoffkleinteilen in Gitterboxen. Dort war allerdings ein schwaches „Ping“ zu hören. Kopfüber tauchte ein Polizist in einer der Gitterboxen ab und wenig später mit dem Telefon wieder auf.

Der Lastwagen war zuvor in der Produktionsfirma beladen worden und der junge Mitarbeiter war mit dabei. Zwar glaubte er jetzt nicht mehr an einen Diebstahl des Handys, da er beim Beladen des LKW in Marienheide dabei gewesen ist. Jedoch schloss er gleichzeitig aus, dass ihm das Handy währende des Verladens aus der Tasche seiner Jogginghose herausgefallen sein könnte. Vielmehr vermutet er einen schlechten Scherz der Kollegen. Wie auch immer - mit seinem Handy und nach einem kurzen „Danke“ und einem Händeschütteln mit dem noch verdutzten Lastwagenfahrer ging es die 111 Kilometer zurück nach Marienheide.

Rubriklistenbild: © dpa

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