Menschen wollen sichere und faire Arbeit

Kassel – Sichere und faire Arbeit ist für viele Menschen das zentrale Thema im Jahr der Bundestagswahl. Zu diesem Ergebnis kommt die größte Besch

Kassel – Sichere und faire Arbeit ist für viele Menschen das zentrale Thema im Jahr der Bundestagswahl. Zu diesem Ergebnis kommt die größte Beschäftigtenbefragung Deutschlands. Rund 514.000 Beschäftigte aus über 8.400 Betrieben haben sich an der IG Metall-Befragung "Arbeit: sicher und fair!" von Februar bis Ende April 2013 beteiligt. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Über 90 Prozent der Befragten fordern, dass der Niedriglohnsektor eingedämmt wird. 88 Prozent der Befragten bezeichnen einen unbefristeten Arbeitsvertrag als "sehr wichtig", 83 Prozent ein verlässliches Einkommen. Diese Zahlen seien ein "klares Signal an die Parteien", sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Oliver Dietzel. "Die Beschäftigten wollen eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, faire Altersübergänge, Beruf und Familie vereinbaren, und sie wollen gerechte Bildungschancen. Sie verlangen einen politischen Kurswechsel", sagte er.

Laut IG Metall fordern 97 Prozent der Befragten von der Politik einen handlungsfähigen und starken Sozialstaat. "Wer Menschen für Wahlen begeistern will, der muss sich nun mit diesen Themen befassen. Die haben wir benannt, jetzt sind die Parteien dran", sagte Dietzel. Den Dialog mit der Politik schiebt die IG Metall bereits am 2. Juli 2013 an. Dann gibt es im Haus der Kirche in Kassel exklusiv für Gewerkschaftsmitglieder eine Podiumsdiskussion mit hessischen Bundestagsabgeordneten. "Da werden die Ergebnisse unserer Befragung sicherlich eine Rolle spielen", sagte Dietzel.

Regionale Auswertung: Problematische Arbeitsverdichtung

In Nordhessen beteiligten sich 6.038 Menschen an der Befragung. Die regionale Auswertung zeigt, dass rund 81 Prozent der nordhessischen Umfrageteilnehmer in den vergangenen Jahren immer mehr Arbeit in der gleichen Zeit bewältigen müssen. "Diese Arbeitsverdichtung belastet je nach Tätigkeit Körper oder Psyche", sagte die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Elke Volkmann. Gemeinsam mit Betriebsräten arbeite man daran, die Beschäftigten vor ungesunden Arbeitsbedingungen zu schützen, sagte die Gewerkschafterin. Die IG Metall Nordhessen werde sich die gesamte regionale Auswertung genau ansehen und die Ergebnisse in ihre Arbeit einfließen lassen.

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