Mitten unter uns

Von JOCHEN SCHNEIDERWaldeck-Frankenberg. Die Zahlen lassen den Atem stocken: Bundesweit 12.000 und im Bereich des Polizeiprsidiums Nordhessen 14

Von JOCHEN SCHNEIDER

Waldeck-Frankenberg. Die Zahlen lassen den Atem stocken: Bundesweit 12.000 und im Bereich des Polizeiprsidiums Nordhessen 144 Verdchtige befinden sich im Visier der Polizeioperation namens Himmel. Sie betrifft Kinder, die durch die Hlle gehen, weil sie die sexuelle Gier von Kranken befriedigen mssen. Es ist die bislang und bundesweit grte Fahndung in Sachen Kinderpornografie. Und auch in Nordhessen sind mgliche Tter mitten unter uns. Wo genau in Stadt und Land Kassel, in den Kreisen Schwalm-Eder, Werra-Meiner und Waldeck-Frankenberg will das Landeskriminalamt noch nicht bekannt geben. Insgesamt ist die Polizei nicht sonderlich darber erfreut, dass folgendes zum Jahresende von der Staatsanwaltschaft Halle ausgehend an die ffentlichkeit gesickert war: Eine Internet-Firma in Berlin hatte einen ungewhnlich starken Datenverkehr auf ihren Providern bemerkt. Nachdem fest gestanden hatte, es handelt sich um kinderpornographische Dateien, die massenhaft heruntergeladen wurden, schaltete das Unternehmen die Polizei ein. Diese frchtet nun, nachdem auch die hiesige lokale Tagespresse sofort berichtet hat, Tter knnten Spuren verwischen, bevor die Beamten klingeln. Inzwischen ist aber auch Kritik an der Operation Himmel laut geworden.Die meisten der Verdchtigen htten legale Pornos heruntergeladen. Das meint laut Medienberichten auch der Klner Oberstaatsanwalt, Rainer Wolf. Er spricht von rund 500 Verdachtsfllen, die seiner Behrde aus Berlin zur Bearbeitung gemeldet wurden. Nur eine Hand voll habe die Polizei Kln weiter verfolgt. Die anderen Flle htten sofort eingestellt werden mssen. Trotzdem verlieren auch Menschen, die zu Unrecht in Sachen Kinderpornografie verdchtigt werden, mitunter Job und Ehepartner. In Sachsen Anhalt hatten die Ermittlungen sogar einen Brgermeister zum Rcktritt veranlasst, und zwar Reinhard Rumprecht aus Merseburg. Schnell machen sich Internetnutzer in Sachen Kinderpornografie strafbar: Schon wer zielgerichtet mit bestimmten Begriffen danach sucht, rckt ins Visier der Ermittler. Fr den Besitz kinderpornografischer Schriften sieht das Gesetz eine Geldstrafe oder Haft bis zu zwei Jahren vor.

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