Nach abgesagter Hähnchenmast in Waldeck erreicht der Zoff eine neue Ebene

Nachdem der geplante Hähnchenmastbetrieb in Waldeck von Karl Schwalenstöcker abgesagt wurde, erreicht der Zoff eine neue politische Ebene. Jetzt geht es um Vertrauen, Pachtverträge und Parteienzank.

Waldeck - Wer geglaubt hat, die Absage des Hähnchenmastbetrieb in Waldeck würde die Wogen glätten, der irrt. Jetzt gehen die Vorwürfe auf einer anderen Ebene weiter.

Die Geschäftsführerin des Bauernverbandes zeigt sich im Pressegespräch zum Aus der Massentierhaltung enttäuscht. Der Bauerverband hatte den Antrag der Grünen und die Zustimmung von AfD und SPD schärfstens kritisiert und von politischer Erpressung geredet. Stephanie Wetekam stellte gegenüber dem Landkreis die Vertrauensfrage: "Kann man noch Pachtverträge mit dem Kreis abschließen?"

Die Antwort von Vizelandrat Karl Frese folgte unmittelbar: „Wenn Frau Wetekam von „Vertrauensverlust“ in die Politik spricht, dann kann ich diesen Vorwurf nur erwidern.“ Laut Frese stelle Wetekam unbegründete Vermutungen und Behauptungen in den Raum, die für alle Beteiligten nur schädlich sein könnten.

Zeitgleich holt die FDP zum politischen Rundumschlag aus, spricht ebenfalls von politischer Erpressung und katastrophalem Zeichen politischer Unkultur der Grünen. Auch von eine Allianz der Grünen mit der AfD ist die Rede. Die FDP Waldeck-Frankenberg wirft zudem der CDU Kritiklosigkeit gegenüber den Grünen vor.

Die Grünen in Waldeck-Frankenberg begrüßen, dass die geplante Anlage zur Massentierhaltung in Waldeck nun doch nicht verwirklicht wird und sehen sich an dem Beispiel bestätigt, dass es zu einer grundsätzlichen Neuregelung für die Errichtung von Anlagen für Massentierhaltung kommen muss.

Die Argrarwende Nordhessen vermutet: Zahlreiche „Unschärfen“ hätten die Genehmigung der Hähnchenmast in Waldeck vermutlich verhindert.

Die SPD fürchtet: Der Bauernverband hat hier von Anfang an schlecht beraten: Während der Klausurtagung der SPD-Kreistagsfraktion am 10. November 2018 erklärte der Vorsitzende Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling zur abgesagten Hähnchenmast in Waldeck, aus seiner Sicht sei es rechtlich nicht möglich, die bestehenden Pachtverträge zu kündigen, um ein Verbot industrieller Lebensmittelproduktion in die dann neu abzuschließenden Pachtverträge aufzunehmen.

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