Kommunen wollen gemeinsam mehr Sicherheit einkaufen

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Die Amokfahrt machte aus dem fröhlichen Rosenmontagsumzug in Volkmarsen den reinsten Horror. Damit sich dies möglichst nie mehr wiederholen kann, wollen die Kommunen vorsorgen.

Verschiedene dramastische Ereignisse belegen: das Gefährdungspotenzial bei Veranstaltungen ist gewachsen. Nicht zuletzt die Amokfahrt in den Volkmarser Karnevalsumzug führt nun dazu, dass die Kommunen in Sicherheitstechnik aufrüsten wollen und müssen.

Bad Arolsen. Zusammengefunden haben sich die Bürgermeister aus Nordwaldeck (Bad Arolsen, Diemelstadt, Twistetal, Volkmarsen) und Breuna (Landkreis Kassel). Gemeinsam wollen sie für den bestmöglichen Schutz sorgen und künftig die Besucher mittels diverser Absperrungen bei Großveranstaltungen absichern

Da es für jede Kommune die jeweilige Anschaffung schlichtweg zu teuer wäre und der Einsatz nur sporadisch erfolgen würde, tauschen sich die Beteiligten hier aus. „Das ist deutlich wirtschaftlicher und wir können so Vereinen und Veranstaltern nötiges Equipment kostenlos zur Verfügung stellen“, beschreibt Arolsens Bürgermeister Jürgen van der Horst. Er weiß wie viel Vereine zu stemmen haben, um große Feste umzusetzen.

„Müssten die auch noch die Kosten für Straßensperren und Ähnliches tragen, wären viele wirtschaftlich überfordert.“ Darum planen die beteiligten Städte und Gemeinden, entsprechend ihrer Bevölkerungszahlen zu investieren. Insgesamt bis zu 400.000 Euro sind dabei für spezielle Sperreinrichtungen und Logistik angedacht. Dabei wird auch auf eine Landesförderung gesetzt.

Das Innenministerium ist vom durchdachten Plan angetan, so zumindest die ersten Signale. Stimmen die kommunalen Parlamente für die Anschaffung, wollen die Kommunen schon Anfang des kommenden Jahres handlungsfähig sein. Es wurden bereits Strukturen festgelegt, die das künftige Vorgehen bei Großveranstaltungen definieren.

Der jeweilige Veranstalter bleibt dabei in der Pflicht, was die Haftung angeht und er hat dafür die Sorge zu tragen, das im Vorfeld ein Sicherheitskonzept erstellt wird. Das muss anschließend mit allen involvierten Stellen abgestimmt werden. Letztlich haben die Bürgermeister die Entscheidungshoheit, ob die Veranstaltung stattfinden kann oder nicht.

Bei den turnusmäßigen Festen komme man sich nicht in die Quere. Die Investition sei so berechnet, dass auch größere Feste in Nordwaldeck parallel veranstaltet werden können. Eine Ausnahme dabei bildet natürlich der Viehmarkt in Bad Arolsen wegen seiner Anziehungskraft. Allerdings stehen Fest in der Region eher selten andere Großveranstaltungen gegenüber.

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