Nationalpark Kellerwald-Edersee stärkt die Region als "Fahrtziel Natur"

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee wurde in die Kooperation "Fahrtziel Natur" aufgenommen. Beim Tourismuskongress "Land (er)leben" ging es um die Stärkung der ländlichen Räume in Hessen.

Frankenau - Rund 160 Vertreter aus dem Bereich Politik, Tourismus, Wirtschaft und Regionalmanagement nahmen in der vergangenen Woche am Zukunftstag „Land (er)leben“ in der Kellerwaldhalle Frankenbau teil. Thema dabei war, die Attraktivität der ländlichen Räume zu erhalten und auszubauen.

Eröffnet wurde der Zukunftstag durch Staatsministerin Priska Hinz, Landrat Dr. Reinhard Kubat und Frankenaus Bürgermeister Björn Brede. „Wir müssen unsere touristischen Potenziale nutzen“, erklärte Ministerin Hinz. Rund 80 Prozent der Fläche Hessens ist ländlich geprägt, dieser Raum sei das Rückgrat wirtschaftlicher Stärke, so die Umweltministerin. „Der ländliche Raum bietet Lebensqualität, biologische Vielfalt und ist die Basis für naturverträglichen Tourismus.“

Bürgermeister Björn Brede informierte über die Situation vor Ort. „Frankenau ist ein attraktives Urlaubsziel, was vor allem durch die Lage direkt am Nationalpark und die regionalen Besonderheiten begründet ist, zu denen ich neben touristischen Anlaufpunkten auch regionale Spezialitäten zähle“, so Brede. Landrat Dr. Kubat hob hervor, dass der Landkreis auch wirtschaftlich gut dastehe. „Hier lässt es sich gut Leben, Menschen finden Arbeit und Brot“, erklärte er und verwies auf die niedrige Arbeitslosenquote.

Doch obwohl bereits viele Aspekte in der Region positiv bewertet werden – immerhin ist der Landkreis mit 3,32 Millionen Übernachtungen pro Jahr Spitzenreiter der ländlichen hessischen Kreise –, seien einige Potenziale noch nicht ausgeschöpft. Gemeinsam mit dem Hessischen Tourismusverband (HTV) wolle man das Gastgewerbe im ländlichen Raum unterstützen. „Weitergehende Investitions- und Qualifizierungsangebote sind unverzichtbar, um die Qualität zu verbessern und das Gasthaussterben zu beenden“, so HTV-Geschäftsführer Hartmut Risse.

Um diese Maßnahmen zu finanzieren, gibt es verschiedene Förderprogramme, die nun aufgestockt wurden. Aus den ELER-Fonds der Europäischen Union werden die Förderangebote der Dorf- und Regionalentwicklung gespeist. Für die Dorfentwicklung werden jährlich rund 27 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Den LEADER-Regionen steht in der Förderperiode von 2014 bis 2020 ein Planungsbudget von jeweils rund zwei Millionen Euro zur Verfügung.

„Fahrtziel Natur“

Für die Vermarktung des Landkreises ist der Nationalpark Kellerwald-Edersee ein wichtiger Faktor. Um diesen noch mehr zu stärken, wurde der Nationalpark nun in die Kooperation Fahrtziel Natur aufgenommen. Diese schließt sich aus dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU), Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Deutschen Bahn zusammen.

Ziel dabei ist, Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke als attraktive Reiseziele bekannter zu machen. Die Stärkung des Öffentlichen Nahverkehrs war ein zentraler Faktor zur Erlangung des Prädikats „Fahrtziel Natur“. Die Reaktivierung der Bahnstrecke Frankenberg – Korbach sei ein Kernelement eines ÖPNV-Konzepts für Einheimische und Gäste zugunsten klimafreundlicher Mobilität, erklärte Dr. Klaus Vornhusen, Hessenverantwortlicher der Deutschen Bahn.

„Auf dieser Strecke sind insbesondere an Wochenenden und Feiertagen viele Touristen unterwegs und man kann sicherlich davon ausgehen, dass mit den Zügen auch verstärkt Gäste in den Nationalpark und an den Edersee reisen“, so Landrat Dr. Kubat. Das haben sich die Träger auch etwas kosten lassen. So hat allein die Landesregierung für die Inbetriebnahme der Kellerwaldbahn, den Ausbau des Bahnhofs Frankenberg und die Schaffung von Parkplätzen und Bushaltestellen an den Haltepunkten schon rund 25 Millionen Euro investiert.

Und nicht nur die Bahnstrecke soll ihren Beitrag leisten. In den vergangenen drei Jahren wurden viele Buslinien in Kooperation mit dem NVV und der EWF neu konzipiert, um die Haltestellen um den Nationalpark besser anzubinden. Busse und Anrufsammeltaxis fahren auch mehr Haltestellen rund um den Nationalpark an, wie beispielsweise die Kellerwalduhr in Frankenau.

Ministerin Hinz lobte das Wirken der regionalen Trägergruppe von Fahrtziel Natur, darunter Jutta Seuring, Projektkoordinatorin für das Fahrtziel Natur beim Nationalparkamt Kellerwald-Edersee. „Die Aufnahme in die Kooperation ist ein wichtiger Meilenstein“, so Hinz.

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