Naturschützer auf der Seite der Mountainbiker

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Sind gegen das neue Waldgesetz: Die Mountainbiker Werra-Meissner. Foto: Winter

Waldeck-Frankenberg. Unterstützung für die Mountainbiker in Sachen neues Waldgesetz: Auch der NABU Hessen lehnt die geplanten Einschränkungen  des

Waldeck-Frankenberg. Unterstützung für die Mountainbiker in Sachen neues Waldgesetz: Auch der NABU Hessen lehnt die geplanten Einschränkungen  des freien Betretungsrechtes im Wald ab. "Der Wald spielt eine wichtige Rolle als Erholungsraum und Ort des Naturerlebens. Das freie Betretungsrecht muss sowohl für Einzelne als auch für mehrere Personen erhalten bleiben", so Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Für ihn ist es nicht hinnehmbar, dass das Betretungsrecht von mehr als einer Person ins Belieben von Waldbesitzern und Forstbehörden gestellt werden solle. "Mit dem Schutz der Natur haben solche Pläne wenig zu tun, sie fördern eher die Naturentfremdung der Menschen", erklärte Eppler.

Für den Naturschützer ist eine wichtige Zukunftsaufgabe "Menschen an die Natur heranzuführen und nicht, sie in Unsicherheit darüber zu versetzen, ob sie noch gemeinsam im Wald spazieren gehen dürfen", erläuterte Eppler. Dort, wo es örtlich zu starke Belastungen gebe, könne die Forstverwaltung auch jetzt schon regulierend eingreifen. Dafür brauche es keine generelle Einschränkung für das ganze Bundesland. Der Paragraph 15 (4) müsse ersatzlos aus dem Gesetzentwurf gestrichen werden.

Als unnötig sieht der NABU Hessen auch die geplanten Wegeverbote für Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Reiter an. "Dem Naturschutz ist mit konkreten Einzelfallregelungen mehr geholfen als mit allgemeinen Fahr- und Reitverboten auf kleinen Wegen, die sowieso kaum eingehalten werden", so Eppler. Moderner Naturschutz arbeite weniger mit generellen Verboten als mit intelligenter Wegeplanung, örtlichem Wegerückbau und sinnvoller Besucherlenkung. Im Gesetzentwurf würden Bürgerrechte ohne Not eingeschränkt. "Es ist sinnvoller, Radfahrer, Mountainbiker und Reiter für eine Natur schonende Freizeitnutzung im Wald zu gewinnen, als sie mit prinzipiellem Forststraßen-Zwang vor den Kopf zu stoßen." Dass gleichzeitig auch Rollstuhlfahrern ein Verbot schmaler Waldwege auferlegt werden solle, sei mit dem Grundsatz der Gleichberechtigung behinderter Menschen nicht vereinbar.

Die Regelungen des freien Betretungsrechtes im neuen Waldgesetz bedürfen nach Ansicht des NABU Hessen einer gründlichen Überarbeitung. "Ich bin mir sicher, dass der Entwurf kein 57-Sekunden-Gesetz wird", so Eppler.

Hintergrund

Der Entwurf des neuen hessischen Waldgesetzes soll das zurzeit gültige hessische Forstgesetz ersetzen. Im neuen Paragraph 15 wird das "Betreten des Waldes, Reiten und Fahren" behandelt.  Zwei neue Regelungen sollen das freie Betretungsrecht des Waldes zum Zwecke der Erholung allgemein einschränken.

1. Betretungsrecht für Gruppen: Erstmalig soll das freie Betretungsrecht für mehrere Personen an Bedingungen geknüpft werden. Das neue Passus lautet: "(4) Betreten mehrere Personen den Wald zur Verfolgung eines gemeinsamen Zweckes, steht ihnen das Betretungsrecht  nur zu, wenn nach den örtlichen Gegebenheiten eine Beeinträchtigung des betroffenen Waldgebietes nicht zu erwarten ist."

2. Reiten und Fahren: Im gültigen hessischen Forstgesetz wird das Radfahren, Reiten, Kutschfahren und Rollstuhlfahren  allgemein auf "Wege" beschränkt. Im Entwurf des neuen hessischen Waldgesetzes wird die Erlaubnis auf "feste Waldwege" eingeengt, die wie folgt definiert werden: "(2) Feste Waldwege sind befestigte oder naturfeste Wege, die von nicht geländegängigen, zweispurigen Kraftfahrzeugen ganzjährig befahren werden können."

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