Naturschutz-Helikopter „pflückt“ Baumstämme am Edersee

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Edertal-Bringhausen. An den Steilhängen des Edersees müssen in dieser Wochen 350 Kiefern aufwändig weichen, um die seltene Pfingstnelke zu schützen.

Edertal-Bringhausen. An den Steilhängen des Edersee müssen in dieser Wochen 350 Bäume weichen. Im Nationalpark Kellerwald-Edersee soll damit die höchst seltene Pfingstnelke geschützt werden. Damit die nicht der sensible Lebensraum der Pflanze geschädigt wird, lässt das Nationalparkamt die Bäume per Hubschrauber "pflücken".

Eigentlich wird die unberührte Wildnis im Nationalpark groß geschrieben. Doch jetzt muss erneut moderne Technik ran, um menschliche Fehler von vor über 100 Jahren auszubügeln. Damals wurde wahllos Kiefern ausgesät. Deren Nadeln ersticken nun die Pfingstnelke.

Bereits 2011 wurden 250 Kiefern auf diese Art beseitigt. Der spektakuläre Einsatz in dieser Woche, soll endgültig in dem uralten Felslebensraum das Gleichgewicht herstellen und neben der Pfingstnelke auch die Graslilie und das Habichtskraut vor der Verdrängung bewahren.

70.000 Euro kostet diese Art des Naturschutzes.

12 Spezialisten sind im Steilhang unterwegs, klettern auf die ausgesuchten Kiefern und bringen das Lastenseil für den Helikopter an. Der spannt das Seil und über der Wurzel wird der Baum per Hand abgeschnitten. Ohne das der Stamm den Boden berührt wird die Kiefer in die Luft gezogen. Oberhalb von Bringhausen lädt der Heli die Stämme samt Baumkrone anschließend ab. Gleichzeitig stehen drei ehrenamtliche Retter der Bergwacht parat, falls im Steilhang etwas schief läuft. Drei Mann koordinieren die Abladung. Drei Organisatoren des Nationalparks bilden die Einsatzleitung. 10 Ranger sorgen rund um den Bloßenberg für die nötige Absperrung. Zuschauer können allerdings von angewiesenen Plätzen das Spektakel verfolgen.

"Diese Art der Fällung ist am besten geeignet, um die größtmögliche Schonung der Vegetation zu gewährleisten", erklärt Nationalparkleiter Manfred Bauer. Verschiedene andere Varianten seien im Vorfeld geplant worden, immer mit dem Ergebnis: zu teuer, zu zeitintensiv, zu aufwändig oder wenig erfolgversprechend.

"Es geht nicht darum ein Pflänzchen zu retten, sondern darum einen Rembrandt zu restaurieren", so die Naturschützer.

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