Neue App für Korbach

Die App „Gedenkportal Korbach“ ist kostenlos verfügbar.
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Die App „Gedenkportal Korbach“ ist kostenlos verfügbar.

Korbach ist um ein digitales Denkmal reicher. Mit der App „Gedenkportal Korbach“ kann man sich auf einen digitalen Rundgang durch Korbachs NS-Zeit begeben.

Korbach. Korbach ist um ein digitales Denkmal reicher. Mit der App „Gedenkportal Korbach“ kann man sich auf einen digitalen Rundgang durch Korbachs NS-Zeit begeben.

Die Idee dazu hatte Historikerin und Oberstudienrätin Dr. Marion Lilienthal Gegen Vergessen – Für Demokratie). Dirk Geisler, Präsident des Lions-Club Korbach-Bad Arolsen, regte an, eine zeitgemäße Vermittlungsform zu finden, die an die Schicksale der Verfolgten des NS-Regimes erinnern und gleichzeitig die Dimension der NS-Verbrechen aufzeigen soll.

Der technischen und konzeptionellen Umsetzung nahm sich Oberstufenschüler Jakob Chrobacsinsky von der Alten Landesschule an. Über ein Jahr wurde an der Umsetzung getüftelt und gefeilt. Das Icon entwarf Lisanne Schwalenstöcker. Dank gilt auch Marek Trapp und Björn Wolter von der EDV-Abteilung der Stadt Korbach.

An 24 exemplarischen Stationen verdeutlicht Dr. Marion Lilienthal, welche Folgen der Nationalsozialismus für die jüdische Bevölkerung hatte. Es werden Beispiele von Ausgrenzung, Vertreibung, Verfolgung, Vernichtung und Mit-)Täterschaft beleuchtet. Die Stationen zeigen, wie schnell sich die nationalsozialistische Gleichschaltung in Korbach vollzog und, dass es antisemitische Tendenzen nicht erst seit 1933 gab. Die App macht einen Teil jüdischer Geschichte deutlich, die bis heute vielfach unbekannt ist. Man begegnet Einzelschicksalen, erfährt etwas über die jüdische Gemeinde, ihre schrittweise Ausgrenzung, von Boykottmaßnahmen, Beschränkungen, erzwungener Emigration, Ausplünderung, gescheiterten Fluchtversuchen, Deportation und Ermordung in den Vernichtungslagern. Die Stationen zeigen, wie die Nationalsozialisten vorgingen und welche Auswirkungen der NS-Herrschafts- und Verfolgungsapparat hatte. Sie verweisen aber auch auf Handlungsoptionen, denn es gab auch Menschen, die Verfolgten beistanden.

Zunächst ist die App nur für IOS-Geräte verfügbar. Bis Ende des Jahres soll auch eine Android-Fassung vorliegen. Gefördert wird das Projekt von der Kreisstadt Korbach. Bürgermeister Klaus Friedrich begrüßt die zeitgemäße Umsetzung des Anliegens, insbesondere in Zeiten erstarkenden Antisemitismus.

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