Neuer Leitfaden für Sportentwicklung in Waldeck-Frankenberg

Bevölkerungsbefragung zur Aktivität.
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Bevölkerungsbefragung zur Aktivität.

Die Gesellschaft hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert, ebenso die Sportnachfrage. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hat der Landkreis seinen Plan für die Sportentwicklung aktualisieren lassen, um bis ins Jahr 2030 Prioritäten besser zu setzen und Schulen, Sportvereinen sowie allen Bürgern „ein attraktives sportliches Angebot unterbreiten zu können“.

Korbach -Die Gesellschaft hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert, ebenso die Sportnachfrage. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hat der Landkreis seinen Plan für die Sportentwicklung aktualisieren lassen, um bis ins Jahr 2030 Prioritäten besser zu setzen und Schulen, Sportvereinen sowie allen Bürgern „ein attraktives sportliches Angebot unterbreiten zu können“.

Der aktuelle Leitfaden hat den Bestand und die Bedarfe aufgenommen und analysiert, sowie Wünsche aus den vorangegangenen Umfragen bei Vereinen und aus der Bevölkerung berücksichtigt.

Viele organisieren ihren Sport selbst

Deutlich ist, das der Vereinssport zwar ein hohes Ansehen genießt, sich der Trend unter den Sporttreibenden jedoch hin zur selbst organisierten Sport- und Bewegungsfreizeit bewegt. Ganz oben stehen dabei Fitness und Gymnastik, gefolgt von Laufsport, Schwimmen, Radsport, Spazierengehen. Fußball spielen rangiert erst dahinter ist dabei genauso beliebt wie Wandern.

Fußball ist aber die Nummer 1 im Vereinssport und kann von den rund 69.500 registrierten Mitgliedern, die im Landkreis einem der 323 Sportvereine angehören, rund 22.000 für sich verbuchen.

Turnen rund 17.000 Mitglieder), Schießen rund 6.800), Pferdesport rd. 4.000), Leichtathletik rd. 3.700), Tennis rd. 2.700) und Rehasport rd. 1.900) folgen. Die verbliebenen rund 11.400 Mitglieder verteilen sich auf die zahlreichen anderen Sparten.

Probleme für Vereine

Für die Vereine spiegelt sich der Trend auch im Engagement nieder. Als größte Probleme wird das ehrenamtliche Engagement und das Fehlen von qualifizierten Trainern/Übungsleitern empfunden. Vorstandsposten zu besetzen ist schwer, ebenso junge Mitglieder zu gewinnen. Die Vereine überaltern und es fehlt an der Kooperation mit den Ganztagsangeboten der Schulen. Die finanzielle Situation der Vereine spielt erst eine nachgeordnete Rolle. Seitens der Vereine gehen die meisten der Befragten 96 Prozent) davon aus, das sich Zahl der Vereine in Waldeck-Frankenberg in der Zukunft verringert.

Versorgung mit Sportstätten

Aus Vereinssicht sind mehr als 80 Prozent mit der Sportanlagensituation zufrieden, was auch die überdurchschnittlichen Mittelwerte für den Landkreis belegen. Es gibt es jedoch geringfügige regionale Unterschiede. Sportplätze sind im Vergleich zur Nutzung ausreichend vorhanden, selbst im Winter. Für die Sommermonate spricht der Sportentwicklungsplan sogar von eine „Überversorgung“. Dies betrifft den Südkreis sogar mehr als den Norden. Bei den Sporthallen seien zwar auch genügend vorhanden, jedoch nur bei optimaler Belegung. Dort wo keine optimale Belegung gewährleistet werden kann, wird es hallentechnisch knapp. Im Südkreis fehlt rechnerisch ein Mehrfeldhallenangebot. Insgesamt ist aber die Nachfrage nach wettkampfgerechten Sportanlagen gering, dem beschriebenen Trend entsprechend. Jeder Dritte bevorzugt Parks, Wälder und vorhandene Wege für seinen Freizeitsport. Darum werden zunehmend Lauf- und Radwege vermisst.

Die umfassendste Versorgung mit Angeboten bietet im Landkreis die Region „Korbach, Willingen, Diemelsee, Lichtenfels, Vöhl“, was sich allerdings auf den Instandhaltungsbedarf auswirkt. Nordwaldeck Diemelstadt, Volkmarsen, Bad Arolsen, Twistetal) punktet bei der Sportförderung, benötigt aber bei den Mobilitätsangeboten Hilfe. Bad Wildungen, Edertal und Waldeck sind bei der Bewegungsförderung in Kindertagesstätten vorbildlich, haben aber auch bei der Instandhaltung der Sportstätten Bedarf.

Zwischen Bromskirchen und Gemünden sowie Hatzfeld und Frankenau ist der Wunsch nach Radwegen am größten. Frankenberg hat bereits reagiert und sein Wegekonzept im Blick. Auch kann der in der Planung befindliche „Grenztrail“ für Mountainbike im Landkreis neue Impulse setzen.

Handlungsbedarf sieht der Leitfaden weiterhin bei der Bewegungsförderung in den Kindertageseinrichtungen, gefolgt vom zu verbessernden Mobilitätsangebot und Sportförderung, insbesondere was das Ehrenamt anbelangt Zudem wird nahe gelegt, die Vernetzung aller Beteiligten zu fördern.

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