Neuregelung der Organspende

Hessen. Der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner appellierte heute angesichts der Neuregelung zur Organspende, die am Freitag (25. Mai 2012) im B

Hessen. Der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner appellierte heute angesichts der Neuregelung zur Organspende, die am Freitag (25. Mai 2012) im Bundestag beraten wird: "Wir brauchen auch weiterhin eine lebhafte Diskussion zu diesem wichtigen Thema." Die nun getroffenen Regelungen seien ein erster, wichtiger Schritt. "Sie entlassen uns aber nicht aus der Verantwortung. Die Maßnahmen sind nach meinem Dafürhalten nicht weitreichend genug. Wir brauchen eine Neuregelung, die dazu führt, dass sich mehr Menschen dazu bereit erklären, nach ihrem Tod anderen Menschen in einer existenziellen Notlage zu helfen."

Zudem fordert Grüttner den Bund auf, eine stärkere Regionalisierung der Koordinierungsstellen der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) in den Gesetzentwurf mit aufzunehmen, mit dem es diesen Stellen möglich ist Budget- und Personalverantwortung zu übernehmen. "Die Stärkung der regionalen Strukturen macht es möglich, auf die spezifischen Bedürfnisse vor Ort einzugehen und so die Abläufe der Organtransplantation zu optimieren."

Der vorliegende Gesetzentwurf sieht vor, dass die Bürgerinnen und Bürger regelmäßig durch die Krankenkassen über das Thema Organspende informiert werden und ihre Entscheidung zur Organspende auf einem Organspendeausweis oder der Gesundheitskarte hinterlegen. "Dass sich in Sachen Organspende endlich etwas tut, ist sehr gut. Allerdings geht mir diese Regelung nicht weit genug. Wir benötigen vor allem eine verbindliche Lösung für diejenigen, die sich nicht erklären", betonte Grüttner.

Mehrheitlich müssen in Deutschland Angehörige die Entscheidung über eine Organspende treffen. "Vielen Angehörigen fällt es zum Zeitpunkt der Todesnachricht schwer, eine Entscheidung zur Organspende zu treffen. Daher wird sie häufig abgelehnt."

Sozialminister Grüttner bezeichnete die regelmäßige Information zur Organspende durch die Krankenkassen zwar als einen ersten Schritt, dem jedoch weitere Maßnahmen folgen müssten. "Ich werde mich auch künftig dafür einsetzen, dass für diejenigen, die sich nicht erklären wollen, die erweiterte Widerspruchslösung gelten soll.

Das bedeutet, dass eine Organspende nach dem Tod erlaubt ist, sofern die Angehörigen nicht widersprechen." Es müsse dem Einzelnen zuzumuten sein, sich mit einer Organspende auseinanderzusetzen und eine Entscheidung für oder gegen eine Organspende zu dokumentieren.

Nun bestehe die Gefahr, so Grüttner weiter, dass sich an dem derzeit gravierenden Mangel an Spenderorganen in Deutschland nur wenig ändert. Bundesweit warten mehr als 12.500 Patientinnen und Patienten auf ein Spenderorgan. "So kann und darf es nicht weitergehen. Daher werde ich die abschließenden Beratungen im Bundesrat zum Anlass nehmen, auf die notwendige weitere Diskussion hinzuweisen", unterstrich der Sozialminister abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Die Zahl der Coronavirus Infektionen in Hessen

Die Zahl der mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 Infizierten steigt in Hessen trotz der Maßnahmen zur Eindämmung weiter. 79 Tote und 4.845 Infizierte sind es aktuell.
Die Zahl der Coronavirus Infektionen in Hessen

Scheiben von Autos eingeworfen: Unbekannter entwendet Handtaschen und Geldbörsen

In der Nacht von Montag auf Dienstag wurden in Korbach aus sechs Autos Handtaschen und Geldbörsen gestohlen. Ein Auto war unverschlossen, an den restlichen wurden …
Scheiben von Autos eingeworfen: Unbekannter entwendet Handtaschen und Geldbörsen

FairWertung ruft zum Altkleider horten auf: Die Recycler kommen nicht mehr hinterher

Der Verband „FairWertung“, ein bundesweites Netzwerk von gemeinnützigen Organisationen, die sich für Transparenz und Nachhaltigkeit beim Textilrecycling einsetzen, ist …
FairWertung ruft zum Altkleider horten auf: Die Recycler kommen nicht mehr hinterher

Hessen bläst früher zur Jagd: Forstleute wollen damit junge Bäume schützen

Um die Wiederbewaldung zu fördern, verlängert Hessen die Jagdzeiten. Geschossen werden dürfen insbesondere einjähriges Reh- und Rotwild.
Hessen bläst früher zur Jagd: Forstleute wollen damit junge Bäume schützen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.