Novitchok im Tee? Chemische Kampfstoffe als politisches Mittel

Chemische Waffen waren schon fast ein Thema von gestern. Was ihren Einsatz aber wieder aktuell macht, erklärt Dr. Marc-Michael Blum in seinem Vortrag in Frankenberg.

Frankenberg - Die Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V., Sektion Waldeck-Frankenberg (GSP) lädt zum Vortrag am Mittwoch, 4. November, um 19.30 Uhr in die Kulturhalle ein. Zum Thema „Novitchok im Tee? Chemische Kampfstoffe als politisches Mittel“ konnte die GSP Dr.

Marc-Michael Blum (Biochemiker, ehem. Laborleiter der OPCW - Organisation für das Verbot chemischer Waffen in Den Haag) gewinnen. Chemische Waffen waren schon (fast) ein Thema von gestern: Die großen Arsenale aus dem Kalten Krieg fast vernichtet, eine starke internationale Norm gegen den Einsatz dieser Waffen.

Der terroristische Einsatz von Chemiewaffen war selten und der Sarinanschlag auf die U-Bahn in Tokio geriet in Vergessenheit. Was konnte da noch passieren? So hätte man im Jahr 2012 fragen können.

Doch dann folgen die Chemiewaffeneinsätze in Syrien, der Anschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergey Skripal in Salisbury mit einem Nervenkampfstoff aus der Novitchok-Gruppe, der Mordanschlag auf den Nordkoreaner Kim Yong-Nam mit dem Nervenkampfstoff VX und nun die Vergiftung des russischen Oppositionspolitikers Alexei Nawalny wieder mit einem Gift aus der Novitchok-Gruppe.

Warum die internationale Norm gegen den Einsatz von chemischen Waffen zwar gefährdet aber noch lange nicht tot ist, warum moderne analytische Methoden nicht nur in der Lage sind noch Wochen nach der Exposition eine Vergiftung nachzuweisen, sondern auch Hinweise auf den Ursprung einer Chemikalie geben können, warum Chemiewaffen auch immer noch attraktiv sind, darüber berichtet Dr. Marc-Michael Blum.

Interessierte melden sich bei Manfred Weider, E-Mail sk-waldeck-frankenberg@gsp-sipo.de oder Tel. 06451-8814, mit Angabe von Vor- und Zuname, Adresse, Telefon, E-Mail, an.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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