Polizei klärt Unfallfluchten: 17-Jähriger unternimmt „Spritztour“ mit Bus

Ende 2019 kam es in Korbach und in Usseln zu Unfallfluchten, die durch einen Gelenkbus verursacht worden sein sollen.

Korbach / Willingen - Ende 2019 kam es in Korbach und in Usseln zu Unfallfluchten, die durch einen Gelenkbus verursacht worden sein sollen. Die Polizei Korbach hat nun einen 17-jährigen Tatverdächtigen ermittelt, der unberechtigt in den Besitz eines Busses gelangte und im Verdacht steht, die Unfallfluchten begangen zu haben.

In der Nacht vom Samstag, 28. Dezember, auf Sonntag, 29. Dezember 2019, kam es in Korbach zu zwei Unfallfluchten. Ein zunächst unbekanntes Fahrzeug hatte im Eidinghäuser Weg beim Vorbeifahren zwei Autos gestreift und dabei erheblich beschädigt. An den beiden Autos, einem Golf und einem Mercedes, konnte bei der Unfallaufnahme rote Fremdfarbe gesichert werden. Da auch Fremdteile am Unfallort zurückblieben, ging die die Polizei Korbach nun davon aus, dass die Unfälle durch einen Bus verursacht wurden und der Fahrer geflüchtet war, ohne sich um den Schaden zu kümmern.

Eine weitere Unfallflucht wurde der Polizei Korbach am Morgen des 29. Dezember 2019 gemeldet. Der Geschädigte erstattete Anzeige, da sein an der Korbacher Straße in Willingen-Usseln geparkter Mercedes beschädigt worden war. Die ersten Ermittlungen der Polizei am Unfallort ergaben, dass sich an dem Mercedes frische Unfallspuren befanden. Durch den Aufprall war an dem Mercedes eine Radaufhängung komplett abgebrochen, das Rad wurde in den Radkasten gedrückt. Auch hier flüchtete der Unfallverursacher, ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern. Am Unfallort in Usseln konnten ein Teilstück einer roten Stoßstange und weitere Fahrzeugteile aufgefunden werden. Aufgrund dieser Gegenstände ergab sich der Verdacht, dass der flüchtige Unfallfahrer einen Lkw oder Bus gefahren haben muss.

Die Polizei Korbach intensivierte in der Folge ihre Ermittlungen in Richtung eines Busses, zumal sich am 30. Dezember noch ein Zeuge bei der Polizei meldete und einen Hinweis auf einen roten Gelenkbus gab. Da die Ermittlungen im Raum Korbach nicht zu einem möglichen Fluchtfahrzeug führten, wurden diese auch auf den Großraum Kassel ausgedehnt.

Letztlich gelang es der Polizei Korbach nach intensiven Ermittlungen einen 17-jährigen Tatverdächtigen zu identifizieren. Nach derzeitigem Kenntnisstand hat sich dieser in der Tatnacht unberechtigt in den Besitz eines roten Gelenkbusses aus dem Raum Kassel gebracht und damit eine „Spitztour“ unternommen. Nach seinem nächtlichen Ausflug stellte er den Bus wieder zurück an den ursprünglichen Abstellort. Die nächtliche „Spritztour“ war dem Busunternehmen bis zu den Ermittlungen der Polizei nicht aufgefallen. Die entsprechenden Beschädigungen von den Unfällen in Korbach und Usseln konnten aber noch festgestellt werden.

Der 17-Jährige wurde zwischenzeitlich bei der Polizei Korbach vernommen, er zeigte sich größtenteils geständig. Ermittlungen wegen möglicher weiterer „Spritztouren“ werden noch geführt. Er wird sich demnächst wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Unfallfluchten sowie dem unbefugten Gebrauch eines Fahrzeugs verantworten müssen.

Rubriklistenbild: © Arno Bachert - Fotolia

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