Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche via Internet

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Nordhessen. Vor einer zumindest in Nordhessen bislang noch nicht angezeigten Betrugsmasche im Internet warnt jetzt das Zentralkommissariat 50 der nord

Nordhessen. Vor einer zumindest in Nordhessen bislang noch nicht angezeigten Betrugsmasche im Internet warnt jetzt das Zentralkommissariat 50 der nordhessischen Polizei. Anfang Juni erhielt ein Mitarbeiter einer in Kassel ansässigen Institution eine Mail, die den Anschein erweckte, als stamme sie von der Kasseler Sparkasse. Gegenstand der Phishing-Mail war eine angebliche Änderung im Online-Banking-Verfahren. Die Angestellte folgte dem in der Mail enthaltenen Link und gab auf dieser Seite Zugangsdaten zum Konto der Institution ein. In den Tagen darauf ging ein Anruf einer vermeintlichen Angestellten der Bank ein, in dem auf "eine Umstellung im Online-Banking-Verfahren" hingewiesen wurde. Die Anruferin konnte durch geschickte Gesprächsführung und zufälliger Kenntnis einiger Details Vertrauen gewinnen und so an einen weiteren Mitarbeiter gelangen, der letztendlich die "Umstellung des Online-Bankings" mit der Anruferin telefonisch durchführte.

Die Anruferin veranlasste den Mitarbeiter mehrere TAN zu generieren, die der Anruferin telefonisch übermittelt wurden. Hierbei täuschte die Anruferin mehrfach vor, dass das Umstellungsverfahren fehlgeschlagen sei und man es erneut versuchen müsste. Da die Anruferin äußerst sprachgewandt, im Ungang mit dem Online-Banking sehr vertraut und professionell auftrat, wurde kein Verdacht geschöpft. Es entstand ein Schaden von mehreren Tausend Euro. Obwohl der Mitarbeiter das Online-Banking-Portal der Bank nicht aufrief, konnte die Täterin die Buchung mittels der telefonisch übermittelten TAN selbst durchführen. Weiter wurde seitens der Täterin darauf hingewiesen, das Online-Portal der Bank nicht zu öffnen, bevor mit einer email die Freigabe erteilt wird. Es entstand ein Schaden in Höhe von mehreren Tausend Euro.

In diesem Zusammenhang weist die Polizei darauf hin, dass das Online-Banking zwei Varianten zulässt, über die eine Kontoverfügung mittels TAN-Generator möglich ist. Die gebräuchlichste Methode ist, durch Anhalten des TAN-Generators an dem Bildschirm und vorheriger Eingabe der Kontoverbindungsdaten eine TAN zu erzeugen, die sodann in das Eingabefeld eingetippt wird (optische Verfahren).

Hier machte sich die Täterin die weniger gebräuchliche Methode zunutze, die nur ersatzweise genutzt wird, wenn es Probleme mit der zuvor beschriebenen gibt - das manuelle Verfahren: der Täter, der mittels der zuvor erlangten Zugangsdaten Zugriff auf das Online-Banking-Konto hat, ruft die Seite auf, nimmt telefonisch Kontakt mit dem Opfer auf und gibt die im manuellen Verfahren von der Bank erlangten Anweisungen an das Opfer mit dem TAN-Generator per Telefon weiter. Die dem Opfer via TAN-Generator übermittelte TAN lässt sich der Täter nennen und nutzt sie zur Kontoverfügung.

Die Polizei warnt davor, auf Mails zu antworten oder darauf einzugehen, bei denen eine Eingabe vertraulicher Zugangsdaten verlangt wird. Geldinstitute und Banken wickeln erforderliche Umstellungen nur schriftlich oder im Rahmen persönlicher Termine im jeweiligen Institut ab.

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