Polizei warnt Radfahrer vor Gefahren in der dunklen Herbstzeit

+

Die polizeiliche Erfahrung zeigt, dass immer mehr Personen aufs Fahrrad umsteigen und den sogenannten Drahtesel als Verkehrsmittel nutzen. Auch jetzt

Die polizeiliche Erfahrung zeigt, dass immer mehr Personen aufs Fahrrad umsteigen und den sogenannten Drahtesel als Verkehrsmittel nutzen. Auch jetzt zum Ende der eigentlichen Fahrradsaison sind noch relativ viele Radler auf den Straßen zu sehen.

Diese Tatsache hat der Verkehrserziehungsdienst des Polizeipräsidiums Nordhessen zum Anlass genommen, auf die Gefahren für Radfahrer in der dunklen Jahreszeit hinzuweisen.  In diesem Zusammenhang liegen den Beamten unter anderem drei Themenschwerpunkte am Herzen, die zur Sicherheit der Radfahrer im verstärkten Maße zu beachten sind: Die Verkehrssicherheit des Zweirades, die Erkennbarkeit des Radfahrers für andere Verkehrsteilnehmer sowie der Schutz des Fahrers (Fahrradhelm).

"Wir stellen immer wieder fest, dass noch viele Fahrräder auf den Straßen nicht den vorgegebenen Ausrüstungsvorschriften entsprechen", bemängelt Polizeihauptkommissar Jürgen Schnittger, Leiter des Verkehrserziehungsdienstes der Kasseler Verkehrsinspektion. "Nicht nur Kraftfahrzeuge, sondern auch Fahrräder müssen als Fortbewegungsmittel im öffentlichen Straßenverkehr verkehrssicher sein", führt Schnittger weiter an.

Verkehrssicherheit des Fahrrades:

Nach der geltenden Gesetzgebung gilt dann ein Fahrrad als verkehrssicher, wenn es wie folgt ausgestattet ist:

- eine hell tönende Klingel

- zwei voneinander unabhängige Bremsen

- Schweinwerfer für weißes Licht vorn

- ein nach vorne wirkender weißer Rückstrahler (jetzt zumeist im Scheinwerfer integriert)

- eine rote Schlussleuchte und ein nach hinten wirkender roter Rückstrahler

- ein zusätzlicher nach hinten wirkender, mit dem Buchstaben "Z" gekennzeichneter, roter Großflächenrückstrahler, der auch mit der Schlussleuchte zu einem Gerät zusammengefasst sein darf

- rutschfeste und fest verschraubte Pedale, die mit je zwei nach vorn und hinten wirkenden gelben Rückstrahlern ausgestattet sind

- mindestens zwei um 180 Grad versetzte, zur Seite wirkende gelbe Speichenrückstrahler für jedes Rad oder einen zusammenhängenden weißen retroreflektierenden Streifen im Reifen für jedes Rad

Erkennbarkeit:

Nach der allseits bekannten Devise "Sehen - und gesehen werden!" ist es gerade jetzt während der dunklen Jahreszeit unbedingt erforderlich, dass alle Beleuchtungselemente am Fahrrad angebracht sind und auch funktionieren. Im Sinne der Verkehrssicherheit des Fahrrades, aber auch der eigenen Sicherheit, wird empfohlen, regelmäßig allgemeine Fahrradchecks durchzuführen und defekte Teile zu reparieren bzw. fehlende Ausrüstungsgegenstände anzubringen.

Weiterhin wird empfohlen, entsprechende Schutz- und Funktionskleidung zu tragen. Diese sollte mit unterschiedlichen Effekten, wie zum Beispiel reflektierenden Streifen an Ärmeln und/oder Hosenbeinen, ausgestattet sein und zur besseren Erkennbarkeit des Radfahrers dienen. Zusätzliche Accessoires wie reflektierende Sicherheitsbänder oder -manschetten, Leuchtaufkleber oder gar Reflex-Westen in Signalfarben (gelb oder orange), können in diesem Zusammenhang die Erkennbarkeit noch erhöhen.

Schutzhelme:

Aus der polizeilichen Erfahrung heraus, ist dringend zu empfehlen, beim Fahrradfahren einen Schutzhelm zu tragen. Der Helm kann an sich zwar keinen Verkehrsunfall verhindern, schützt jedoch im Falle eines Zusammenstoßes mit einem anderen Fahrzeug den Kopf und mindert die Verletzungsfolgen in beträchtlichem Maße. Auswertungen belegen, dass bei Unfällen mit verletzten Fahrradfahrern in den überwiegenden Fällen Kopfverletzungen als Unfallfolge vorliegen, gefolgt von Becken- und Handverletzungen. Verstärkend für die Schwere der Verletzungen am Kopf wirkt sich bei einem Sturz oder Aufprall aus, dass der Kopf die weiteste Entfernung zum Anprallobjekt zurücklegt und dadurch die Aufprallgeschwindigkeit besonders hoch ist.

Auch wenn der Gesetzgeber bisher das Tragen eines solchen Schutzhelms noch nicht zur Pflicht gemacht hat, sollte die Einsicht siegen, auch ohne diese Verpflichtung und einer damit verbundenen Sanktionierung einen Helm zu tragen.

"Wir wollen, dass Sie sicher durch den Straßenverkehr kommen. Ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht für ein gemeinsames Miteinander ergänzen die Verhaltensweisen im Sinne der Verkehrssicherheit für jeden Verkehrsteilnehmer", appelliert Jürgen Schnittger abschließend.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Florian Cup 2019: Roda gewinnt in Waldeck-Frankenberg

Die Jungen aus Roda haben den Florian Cup 2019 des Landkreises Waldeck-Frankenberg ganz souverän vor den Mädchen aus Roda gewonnen.
Florian Cup 2019: Roda gewinnt in Waldeck-Frankenberg

Ein bekannter "Lost Place": Die verlassene Arztvilla

Dieser verlassene Ort (Lost Place) ist einer der bekanntesten in Deutschland. Viele gehen diskret mit Informationen über die genaue Lage der Objekte um. Andere leider …
Ein bekannter "Lost Place": Die verlassene Arztvilla

Großer Silvesterball in Usseln

Der Kartenvorverkauf für den Silvesterball der Schützengesellschaft Usseln beginnt am Montag, 16. Dezember.
Großer Silvesterball in Usseln

Weihnachtskonzert der Willinger Chöre

Zu einem feierlichen Weihnachtskonzert laden der Gemischte Chor und der MGV Concordia Willingen am dritten Adventssonntag ein.
Weihnachtskonzert der Willinger Chöre

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.