Polizeieinsätze: Frauen lassen an Silvester die Fäuste krachen

Die Polizei musste in Waldeck-Frankenberg zum Jahreswechsel einige Kracher aus dem Verkehr ziehen. Hier eine Chronologie der Einsätze...

Waldeck-Frankenberg. Auch in Waldeck-Frankenberg hatte die Polizei für die Silvesternacht aufgerüstet und deutlich mehr Polizeibeamte im Einsatz als in den vergangenen Jahren. Die Hilfe von der Bereitschaftspolizei kam gerade recht, denn die Polizei musste von Einsatz zu Einsatz eilen.

Mitternacht: Die Beamten in Bad Wildungen müssen ausrücken, weil eine junge Frau aufgrund psychischer Probleme ihren Freitod angekündigt hatte. Die Beamten können aber rechtzeitig eingreifen und Schlimmeres verhindern.

Zur gleichen Zeit sind im Bereich Albertshausen Pferde ausgebrochen und Richtung Hüddingen unterwegs.

Kurz nach Mitternacht: Im Haselweg (Frankenberg) werden aus einer Gruppe Jugendlicher heraus Feuerwerkskörper auf Nachbarn abgefeuert. Die Polizei muss den Streit schlichen. Ähnliches ereignete sich am Bürgerhaus in Sachsenberg (Lichtenfels). Auch hier gab es keinen Schaden.

In Volkmarsen legt ein Unbekannter in der Pfortenstraße einen Feuerwerkskörper auf die Sitzbank eines Rollers, der mit einer Plane abgedeckt war. Dadurch gerät die Abdeckplane in Brand und auch der Roller wird beschädigt. Nachbarn bemerken den Brand, ziehen den Roller von der Hauswand weg auf die Straße und löschen die Flammen mit einem Feuerlöscher. Der Schaden wird auf 400 Euro geschätzt. Der Verursacher ist nicht bekannt.

Um 0.20 Uhr gerät eine Hecke am Bahnhof in Mengeringhausen (Bad Arolsen) in Brand. Das Feuer, das vermutlich von einem Feuerwerkskörper entfacht wurde, richtet nur geringen Schaden an und kann von der Feuerwehr Mengeringhausen schnell gelöscht werden. Ähnliches ereignet sich kurze Zeit später in Bad Arolsen in der Bahnhofstraße an einer Bushaltestelle. Dort brennt etwas an einem Baum. Auch hier kann das Feuer schnell mit einem Feuerlöscher gelöscht werden. Ein Einschreiten der Feuerwehr war nicht mehr notwendig.

Feuerwerkskörper könnte Lagerhallenbrand in Korbach ausgelöst haben

Um 0.35 Uhr werden die Rettungskräfte zu einem Brand in einer Lagerhalle in der Itterstraße (Korbach) gerufen. Aufgrund von Renovierungsarbeiten war das Tor der Halle geöffnet. In der Halle standen zwei mit Papier und Pappe beladene Anhänger, ein PKW und Baumaschinen. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand brach das Feuer auf einem der beiden Anhänger aus. Die Brandursache steht noch nicht fest, könnte aber durch einen Feuerwerkskörper verursacht worden sein, der durch das offenen Tor flog. Die eingesetzte Feuerwehr hatte den Brand schnell unter Kontrolle. Die Halle ist von innen und außen verrußt. Der Schaden wird auf etwa 15.000 bis 30.000 Euro geschätzt. Eine Rollstuhlfahrerin musste für die Dauer der Löscharbeiten vorsorglich evakuiert, konnte aber später wieder in ihre Wohnung zurück.

Um 1 Uhr meldet ein Bewohner eines Einfamilienhauses "Am Katzenstein" in Reitzenhagen (Bad Wildungen), dass unbekannte Diebe in der Zeit ab 22 Uhr versucht haben, in sein Haus einzubrechen. Der oder die Diebe drückten dabeu einen Umgrenzungszaun nieder und betraten das Grundstück. Anschließend zerstören sie einen Bewegungsmelder, flüchten dann aber. Vermutlich wurden sie gestört.

1.10 Uhr kommt es zu einem Carportbrand in der Siegener Straße (Frankenberg). Dabei brennt ein Opel Corsa aus. Alle Bewohner des Hauses und auch eines Nachbarhauses werden evakuiert. Glücklicherweise wird niemand verletzt. Der Schaden wird auf etwa 30.000 Euro geschätzt. Die eingesetzten Feuerwehren aus Frankenberg, Röddenau und Schreufa haben das Feuer schnell unter Kontrolle. Ihnen gelingtg es, ein Übergreifen auf das angrenzende Wohnhaus zu verhindern. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand, ist das Feuer in einer Mülltonne ausgebrochen. Die Brandursache steht allerdings noch nicht fest. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei werden während der Löscharbeiten von einem 20-jährigen Passanten aus Waldeck mehrfach massiv beleidigt. Zudem muss er mehrfach aus dem Gefahrenbereich verwiesen werden. Für sein ungebührliches Verhalten wird er sich nun strafrechtlich verantworten müssen.

Jugendlicher will nachts bei Minus elf Grad von Usseln nach Reinhardshausen laufen

Um 1.50 Uhr entdeckt eine Streife der Korbacher Polizei einen 15-Jährigen zu Fuß auf der Bundesstraße zwischen Usseln und Neerdar. Er hatte in Usseln Silvester gefeiert und sich nach einem Streit zu Fuß von dannen gemacht. Er wollte bei eisigen Temperaturen (-11 Grad) noch bis Reinhardshausen laufen. Die Beamten nahmen den jungen Mann in Obhut, brachten ihn zur Polizeistation in Korbach und verständigten die Erziehungsberechtigen, die ihren Sprössling dann in Korbach abholten.

Um 2 Uhr kommt es in Hesperinghausen zu Streitigkeiten zwischen zwei Mietparteien wegen zu lauter Musik. Dieser bereits länger andauernde Streit konnte geschlichtet werden.Im Steinweg in Volkmarsen ereignet sich zu diesem zeitpunkt ein Vorfall, bei dem die Besatzung eines Rettungswagens von einem renitenten und alkoholisierten Patienten angegriffen wurde.

Ein 18-jähriger Heranwachsender aus Korbach war mit Freunden im Steinweg unterwegs. Da der junge Mann nicht mehr Herr seiner Sinne war, riefen die Freunde vorsorglich einen Rettungswagen. Als der junge Mann bemerkte, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden sollte, versuchte er zu flüchten und stürzte dabei mehrfach unkontrolliert zu Boden. Einem der Sanitäter schlug er mehrfach ins Gesicht. Den Sanitätern und der Polizei gelang es schließlich, den Mann zu fixieren und ruhig zu stellen. Aufgrund seines hohen Alkoholisierungsgrades mit Ausfallerscheinungen musste der Korbacher sogar intensivmedizinisch betreut werden.

Um 2.15 Uhr ereignete sich ein Verkehrsunfall auf der Reitzenhagener Straße in Alt Wildungen. Eine 66-jährige Taxifahrerin fuhr auf der Reitzenhagener Straße in Richtung Bad Wildungen. An einer Grundstückseinfahrt wollte sie nach links einbiegen. Zeitgleich wollte ein hinter ihr fahrender 72-jähriger Mann aus einem Waldecker Ortsteil sie überholen. Auf dem Gehweg kam es zum Zusammenstoß. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden. Der Gesamtschaden summiert sich auf rund 15.000 Euro. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Frauen schlagen Frauen: in der Disko, privat und in der Gastwirtschaft

2.40 Uhr: In einer Pension in Usseln kommt es wegen einer offenstehenden Rechnung zu Handgreiflichkeiten zwischen Eheleuten aus Moers, bei der die Ehefrau eine Beule an der Stirn und blaue Flecken am Oberarm davonträgt. Ihr Ehemann muss sich nun hierfür strafrechtlich verantworten.

3 Uhr: In einer Diskothek in Mengeringhausen (Bad Arolsen) geraten zwei junge Frauen aneinander. Grund hierfür ist wohl ein bereits länger andauernder Streit, der nun eskaliert. Die 25-jährige Bad Arolserin folgt einer 21-jährigen Frau aus Liebenau in die Damentoilette und stößt sie gegen eine Tür. Zwei weitere Frauen die schlichtend eingreifen wollten, werden durch anschließende Faustschläge verletzt und müssen Haare lassen.

Die Beamten mussten noch zu einer Auseinandersetzung nach Berndorf (Twistetal) in die Ringstraße. Hier waren zwei junge Frauen aneinandergeraten. Sie schlugen gegenseitig aufeinander ein und rissen sich Haare aus. Dabei wurde auch eine Tür beschädigt. Den Grund für diese Auseinandersetzung konnte noch nicht geklärt werden.

Gegen 4 Uhr soll es in einer Gastwirtschaft in der Uferstraße (Frankenberg) zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Frauen gekommen sein, bei der eine 42-jährige Frankenbergerin im Gesicht und an der Hand leicht verletzt wurde. Ihre Kontrahentin war nicht mehr anzutreffen. Die Unbekannte soll etwa 22 -25 Jahre alt und 160 cm groß sein. Sie hat schulterlange dunkle Haare und ist von schlanker Gestalt. Sie war zur Tatzeit schwarz gekleidet.

Um 4 Uhr kommt es in einem Gaststätte "In den Kämpen" (Willingen) zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Streithähnen, in deren Verlauf ein spanischer Student, der zur Zeit in Willingen wohnt, einem 23-jährigen Mann aus dem Main-Kinzig-Kreis mit einem Bierglas ins Gesicht schlägt. Dieser zieht sich dabei Schnittverletzungen im Gesicht und an der Hand zu. Auch seine Freundin, die schlichtend eingreifen will, verletzt sich an der Hand.

Kurze Zeit später kommt es zu Familienstreitigkeiten in Korbach, die geschlichtet werden können.

Mann aus Schleswig Holstein muss zweimal von der Polizei eingesammelt werden

Kurz nach 4 Uhr torkelt ein dunkel gekleideter Mann über die Frankenberger Umgehungsstraße in Höhe Abzweig zur Burgwaldkaserne. Der stark alkoholisierte Mann aus Schleswig Holstein ist vor dem Eintreffen der Polizei wohl auch schon gestürzt. Die Beamten bringen ihn zurück nach Frankenberg, wo er die Silvesternacht bei Bekannten verbringen wollte und reichlich Alkohol konsumiert hatte.

Warum er später zu Fuß auf der Umgehungsstraße unterwegs ist, konnten die Beamten nicht in Erfahrung bringen. Kurze Zeit später wird der alkoholisierte Mann schon wieder auffällig. Nachdem die Polizei den Mann abgesetzt hatte, kommt es zu Streitigkeiten, die den Mann erneut veranlassen, sich zu Fuß auf die Reise zu begeben. Er kommt aber nicht weit. Auch dieses Mal könnenn ihn die Beamten am Frankenberger Ortsausgang in Richtung Bottendorf ausfindig machen. Dieses Mal zeigt sich der Mann aber renitent, so dass er den Rest der Nacht in der Frankenberger Gewahrsamszelle verbringen darf.

Letztlich werden die Beamten noch in das Frankenberger Krankenhaus gerufen. Dort ist ein 24-jähriger Frankenberger mit Schnittverletzungen eingeliefert worden. Der junge Mann hatte sich vor Eintreffen der Polizei aber bereits wieder selber entlassen und ist auch den Rest der Nacht nicht mehr auffindbar.

Neben diesen genannten Einsätzen gab es noch weitere, so dass die Polizei in Waldeck-Frankenberg nicht von einem ruhigen Silvesterabend sprechen kann. Manfred Bergener, Leiter der Führungsgruppe: "Die Polizei hat dem erhöhten Sicherheitsanspruch der Bevölkerung Rechnung getragen. Wir hatten in der Silvesternacht deutlich mehr Polizei auf der Straße als in Jahren zuvor. Das Konzept ist aufgegangen. Wir hatten zwar viel zu tun, aber schwerwiegende Straftaten haben wir keine registriert. Auch die Brände gingen glimpflich aus, es wurde niemand verletzt."

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