Produktion soll bald beginnen: Moderne Molkerei investiert auch in Mehrweg-Glas

Ansicht der Baustelle vom 1. Juni 2021: Die Holzarbeiten am Neubau der Molkerei stehen in Kürze an.
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Ansicht der Baustelle vom 1. Juni 2021: Die Holzarbeiten am Neubau der Molkerei stehen in Kürze an.

Mit dem neuen hochmodernen Standort, der für rund 20 Millionen Euro in Usseln entsteht, will die Bauernmolkerei im Herbst die Produktion aufnehmen.

Willingen. Mit dem neuen hochmodernen Standort, der für rund 20 Millionen Euro in Usseln entsteht, will die Bauernmolkerei im Herbst die Produktion aufnehmen. Mit dem Neubau in der Milchstraße kann die Molkerei ihre Kapazität von derzeit 40 Millionen Kilogramm Biomilch pro Jahr auf 60 Millionen Kilogramm erhöhen. Vor dem Hintergrund eines boomenden Biomarkt sei die Warteliste für Milchlieferanten lang, wie die Molkerei mitteilt..

„Die Nachfrage nach Biomilch-Produkten steigt und bei den Verbrauchern wächst das Bewusstsein für regionale und umweltschonende Lebensmittel“, erklärt Geschäftsführerin Karin Artzt-Steinbrink. Der neue Standort verdoppelt die Produktionsfläche auf 3.300 Quadratmeter und bietet auch für die Zukunft noch reichliche Ausbaureserven. Im Gegensatz zur alten Molkerei in der Ortsmitte haben die Lastkraftwagen hier zukünftig auf 5.000 Quadratmetern Fahrfläche genügend Platz zum Rangieren.

Im Zuge der Neubauplanung stellt die Bauernmolkerei auch ihre Verpackungen auf den Prüfstand. Um sich einen Überblick über die nachhaltigste Verpackungslösung für Frischmilch zu verschaffen, beauftragte sie einer Ökobilanzstudie. „Wir wollten nicht einfach nur auf einen aktuellen Trend reagieren, sondern für unsere Molkerei eine ökologisch sinnvolle Lösung finden. Um eine Entscheidungsgrundlage zu erhalten, haben wir uns daher für eine individuelle Verpackungsstudie entschieden“, erläutert Karin Artzt-Steinbrink. Nach der Studie wird Glas im Vergleich zu Milchverbundkarton für die Bauernmolkerei vorteilhaft, wenn sich die Umlaufzahlen auf bis zu 20 erhöhen. Je höher die Rückläufe sind und je kürzer die Distanzen, umso nachhaltiger ist die Glas-Variante im Vergleich. Die Studie ergibt zudem, dass sich die Ökobilanz der Flasche in den nächsten Jahren im Vergleich noch weiter verbessert, da sie zunehmend mit umweltfreundlicheren LKW transportiert wird. Die Gesellschafter der Bauernmolkerei haben daher beschlossen, neben der Linie für Verbundkarton zusätzlich in eine neue Verpackungslinie für Mehrweg-Glas zu investieren. Die braunen Glasflaschen sollen zukünftig schwerpunktmäßig in der Region angeboten werden. „Da Mehrweg-Glas vielfach nutzbar und zudem sehr gut wiederverwertbar ist, reduzieren wir damit die Abfallmenge und unterstützen die Kreislaufwirtschaft. Für eine Belieferung weiter entfernter Regionen setzen wir weiterhin auf unsere Kartonverpackung“, so die Geschäftsführerin. In der neuen Produktionsstätte soll dann erstmalig auch Joghurt hergestellt und im 500-Gramm Mehrweg-Glas angeboten werden.

Wenn die neue Produktion am Standort in der Milchstraße beginnt, wird in der Ortsmitte lediglich Sauermilchquark weiterhin hergestellt. Das „Milchmuhseum“, der Bioladen und die Verwaltung verbleiben am historischen Standort der ehemaligen Gebirgsmolkerei, die bereits im Jahr 1898 gegründet wurde.

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