Menschenkette gegen Massentierhaltung: Protest gegen die geplante „Tierfabrik“ in Waldeck

Szene vom Protest gegen Massentierhaltung an der Spermauer am Edersee vom 2. September 2018.
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Szene vom Protest gegen Massentierhaltung an der Spermauer am Edersee vom 2. September 2018.

Üble Emissionen, zunehmenden LKW Verkehr, Gefahr für das Grundwasser und Auswirkungen auf den Tourismus befürchten Kritiker der geplanten Hähnchenmastanlage in Waldeck. Rund 400 Gegner demonstrierten an der Sperrmauer am Edersee gegen Massentierhaltung.

Edersee / Waldeck - Üble Emissionen, zunehmenden LKW Verkehr, Gefahr für Grundwasser und Auswirkungen auf den Tourismus befürchten Kritiker, wenn in Waldeck zwei riesige Ställe für Hähnchenmast entstehen. Rund 400 Gegner von Massentierhaltung auf und an der Sperrmauer am Edersee gegen die geplanten Mastbetriebe und gegen Massentierhaltung allgemein. Höhepunkt der Veranstaltung war eine Menschenkette mit Transparenten und Plakaten über die gesamte Länge der Sperrmauer.

Organisiert wurde der Protest von der Aktionsgemeinschaft „Agrarwende“ Nordhessen. Bürger aus Waldeck, dem Landkreis und auch aus anderen Orten der Region waren an den Edersee gereist, um öffentlichkeitswirksam ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Ein Segelboot mit der Aufschrift „Kein Tier-KZ in Waldeck und anderswo“ zog unaufhörlich seine Kreise vor der Sperrmauer.

Konkret besteht bis zum 7. September die Möglichkeit von Einwendungen gegen die Mastanlage an das Regierungspräsidium in Kassel, erzählt Andreas Grede von „Agrarwende“. Anschließend wird es zu einer öffentlichen Anhörung kommen und die Einwender haben dort Rederecht. Dann entscheidet das RP über die Genehmigung.

Kritisiert werden nicht nur die Errichtung von zwei Ställen im Luftkurort mit jeweils knapp 40 000 Hähnchen, sondern auch die Lebensbedingungen der Tiere. 42 Tage leben sie vom Schlüpfen bis zum Schlachten, die Sterblichkeitsrate liegt je nach Quelle bei 2 bis 5 Prozent, bis 26 Tiere leben angeblich auf dem Quadratmeter. Auch habe das Ganze globale Auswirkungen bis zur Rodung von Regenwäldern zum Anbau von Tierfutter. Kritisiert wird auch, dass es Gesetzeslücken gibt, die ausgenutzt werden. Bei den geplanten Ställen bliebe die Anzahl der Tiere pro Stall unter 40.000, weil die für Betreiber günstigere Genehmigungsauflagen bedeutet.

Susanne und Arnd Nottarp wohnen in Waldeck und waren bei der Demonstration dabei: „Luftkurort, Naturschutzgebiet und Quellenschutzgebiet in der Nachbarschaft passen mit der Anlage nicht zusammen. Unseren Kindern und Enkelkindern ist solch eine Belastung nicht zuzumuten“, sagen sie.

Die Aktionsgemeinschaft „Agrarwende“, bei der verschiedene Gruppen und Initiativen zusammenarbeiten, bietet in ihren Informationsveranstaltungen und Informationsständen eine Reihe von Alternativen zur industriellen Intensivtierhaltung an: Betriebe mit überschaubarer Produktion, mit einem Mist und Gülleertrag, der auch auf den eigenen Feldern wieder in den Kreislauf zurückgeführt wird. Wenn das flächendeckend umgesetzt würde, müsste allerdings der Fleischkonsum erheblich zurückgehen. (rff)

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