Mit 49 psychisch fertig

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Hessen. Im vergangenen Jahr sind in Hessen 6.232 Menschen aufgrund psychischer Probleme vorzeitig aus dem Berufsleben ausgeschieden. Im Schnitt waren

Hessen. Im vergangenen Jahr sind in Hessen 6.232 Menschen aufgrund psychischer Probleme vorzeitig aus dem Berufsleben ausgeschieden. Im Schnitt waren die Betroffenen 49 Jahre alt. Das teilt die Techniker Krankenkasse in Hessen mit und bezieht sich dabei auf Auswertungen der Deutschen Rentenversicherung. Mehr Frauen (3.441) als  Männer  (2.791) waren betroffen.

Damit sind in Hessen bei Frauen jede zweite (51 Prozent) und bei Männern zwei von fünf Frührenten (41 Prozent) psychisch bedingt. 2011 gab es in Hessen insgesamt 13.610 Frührenten.

"Termindruck, ständige Erreichbarkeit und die Angst um den Arbeitsplatz gehen an vielen Menschen nicht spurlos vorbei", sagt Daniela Bürger, Präventionsberaterin bei der Krankenkasse.

Für Firmen sei es daher wichtig, rechtzeitig Belastungen im Arbeitsumfeld zu erkennen und den gesundheitlichen Folgen wie Burnout oder Sucht entgegenzuwirken. Allein wegen einer Abhängigkeit von Suchtmitteln wie Alkohol oder Tabletten gingen letztes Jahr 527 Männer und 138 Frauen aus Hessen in Frührente.

"Auch sollten Führungskräfte das Thema psychische Erkrankungen nicht tabuisieren und mit ihren Mitarbeitern über die individuellen psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz sprechen", sagt Bürger. Die Bereitschaft eines Unternehmens, beispielsweise im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements  in die Gesundheit der Mitarbeiter zu investieren, wird in den kommenden Jahren zunehmend wichtiger werden.

Bislang komme das Thema Gesundheitsmanagement in vielen Firmen noch zu kurz: Laut einer Untersuchung der Initiative Gesundheit und Arbeit kümmern sich zwei Drittel der deutschen Betriebe bis 200 Beschäftigte und die Hälfte der Firmen bis 500 Beschäftigte noch nicht um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Neun von zehn Unternehmen geben als Grund den Vorrang des Tagesgeschäfts an.

Angesichts der demographischen Entwicklung und fehlender Fachkräfte sind die Mitarbeiter ein Produktionsfaktor, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. "Ein gut funktionierendes Gesundheitsmanagement kann ein wichtiger Standortvorteil für Betriebe sein. Die gesetzlichen Krankenkassen können dabei eine wichtige Funktion übernehmen und haben vom Gesetzgeber auch einen klaren Auftrag erhalten", sagt Bürger.

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