Pudel in Bad Wildungen totgebissen: PETA fordert Hundeführerschein in Hessen

Nachdem in Bad Wildungen ein Pudel von einem freilaufenden Staffordshire-Terrier in den Kopf gebissen wurde und starb, fordert die Tierrechtsorganisation Konsequenzen. Immerhin war es nicht der einzige Vorfall in jüngster Vergangenheit.

Waldeck-Frankenberg - In der vergangenen Zeit kam es gleich zu mehreren Beißattacken durch Hunde in Nordhessen. Erst in der vergangenen Woche wurde ein Pudel in Bad Wildungen von einem freilaufenden Staffordshire-Terrier angefallen und tödlich verletzt.

Die Halterin war mit dem siebenjährigen Pudel spazieren, als der Terrier auf sie zu rannte und dem Hund unvermittelt in den Kopf biss. Trotz veterinärmedizinischer Hilfe starb der Pudel kurz darauf an den schweren Verletzungen. Gegen den Halter des Staffordshire Terriers wurde Anzeige erstattet.

Eine Woche zuvor wurde ein Yorkshire Terrier in Kassel-Waldau von mehreren freilaufenden Hunden angefallen und tödlich verletzt. Im August fiel ein Dobermann-Mix Schulkinder in Kassel Süsterfeld-Helleböhn an. Wenige Wochen später rannte der Hund erneut auf einen Schulhof und verletzte weitere Kinder. Im April hat ein Staffordshire Terrier eine Frau in Kassel-Waldau angefallen und schwerverletzt. Angesichts dieser Vorfälle fordert die Tierrechtsorganisation PETA umgehend die Einführung eines Sachkundenachweises für Hundehalter in Hessen.

„Den Hund unangeleint herumlaufen zu lassen, war verantwortungslos und endete für den Pudel tödlich“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Das Problem liegt meist nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine. Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden.“

Der sogenannte Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend an den theoretischen Kurs folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule.

Ein solcher Nachweis soll sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem vermittelt das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind.

Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist dort seit Juli 2013 verpflichtend. Nachweislich konnte nach drei Jahren eine Reduzierung von Vorfällen erreicht werden. Einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2016 des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge unterstützt mit 65 Prozent eine deutliche Mehrheit der Deutschen die Einführung des Sachkundenachweises für Hundehalter.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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