Rasche Rückkehr zum Gottesdienst ist im Kirchenkreis vorerst nicht möglich

Auch die evangelischen Christen im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg freuen sich über die Möglichkeit, wieder in den Kirchen zusammen kommen zu dürfen. Eine wie in den Medien dargestellte rasche Rückkehr zum Gottesdienst wird es so allerdings nicht geben können.

Korbach - "Darüber, ob und wie die einzelnen Gemeinden wieder Gottesdienste feiern werden, entscheidet der jeweilige Kirchenvorstand", betont Dekanin Eva Brinke-Kriebel.

Die evangelische Landeskirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) stelle die Wiederaufnahme von Gottesdiensten unter Auflagen frei, "es gibt aber keine Verpflichtung." Zunächst würden daher Angebote wie "Gottesdienste in der Tüte", Video-Gottesdienste und andere Online-Angebote fortgesetzt. Diese seien in den vergangenen Wochen sehr rege in Anspruch genommen worden, hieß es.

Dekanin Eva Brinke-Kriebel.

Um wieder Gottesdienste feiern zu können, müssten laut Brinke-Kriebel zunächst sämtliche Belange zur Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln geklärt werden, man benötige zudem ein gewisses "Personal", um die Vorgaben auch umzusetzen.

Nur die größeren Kirchen sind für eine Wiederaufnahme von Gottesdiensten geeignet

"Wir brauchen zum Beispiel die Mitglieder des Kirchenvorstands, den Küster oder andere Helfer, die selbst nicht zu den Risikogruppen gehören dürfen, um das alles in der Praxis auch durchführen zu können", erläutert die Dekanin. So müsse man darauf achten, dass die Besucher anderthalb bis zwei Meter voneinander entfernt säßen und die sich dadurch ergebende Zahl der zugelassenen Personen in einer Kirche nicht überschritten werde.

"Fest steht, dass überhaupt nur die größeren Kirchen für eine Wiederaufnahme von Gottesdiensten geeignet sind." Von den Pfarrern habe es den Wunsch nach einer einheitlichen Strategie im Kirchenkreis gegeben. Diese müsse nun, nach Erlass der EKKW-Verfügung, erarbeitet werden.

Wiederaufnahme der Gottesdienste sorgfältig und in Ruhe vorbereiten

Brinke-Kriebel betont, dass sich die Risikolage nicht verbessert habe. Weil die Kirchen nicht unter wirtschaftlichem Druck stünden, könne man die Wiederaufnahme von Gottesdienste sorgfältig und in Ruhe vorbereiten. Man werde die Maßnahmen zum Infektionsschutz als oberstes Kriterium für das weitere Vorgehen ansetzen. Zudem müsse man bedenken, dass viele treue Gottesdienstbesucher schließlich ältere Menschen seien und damit zur Risikogruppe gehörten.

"Außerdem wissen wir selbst ja noch gar nicht, ob viele Menschen aktuell wieder einen Gottesdienst besuchen möchten oder eher vorsichtig und zurückhaltend sind", verdeutlichte die Dekanin. Sowohl bei den Besuchern als auch bei den Pfarrersleuten sei ein Mund-Nasen-Schutz geboten.

Unabhängig vom Zeitpunkt einer Wiederaufnahme steht den Angaben aus dem Kirchenkreis Twiste-Eisenberg zufolge schon jetzt fest, "dass die Gottesdienste zunächst anders werden als vor Corona", sagte Eva Brinke-Kriebel. So werde es kürzere Andachten ohne Gesang und Abendmahl geben. Es würden keine Gesangbücher ausgelegt, lediglich die Orgel sorge für eine musikalische Ausgestaltung. "Das wird ein völlig anderes Gemeinschaftserlebnis sein, als wir es bisher kannten."

Der Kirchenkreis veröffentlicht an jedem Wochenende auf seiner Homepage twiste-eisenberg.de einen kurzen Video-Gottesdienst, viele Gemeinden veröffentlichen im Internet weitere Angebote - in Diemelstadt zum Beispiel gibt es sonntäglich einen Gottesdienst per Telefon auf dem Anrufbeantworter. Die Pfarrämter sind wie gewohnt telefonisch zu erreichen. In zahlreichen Kirchen liegen auch Andachten und Gebetsblätter zum Mitnehmen aus.

Rubriklistenbild: © Foto: PM

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Die aktuellen Zahlen der Coronavirus Infektionen in Hessen

Die Zahl der mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 Infizierten ist in Hessen seit des Ausbruchs der Pandemie hierzulande auf 11.062 angestiegen. Es sind bisher 514 Menschen …
Die aktuellen Zahlen der Coronavirus Infektionen in Hessen

Eine neue Kläranlage für Asel muss her - sonst droht der Entzug der Erlaubnis

Die Kläranlage in Asel muss dringend saniert werden, sonst droht der Entzug der Einleitungserlaubnis in den Edersee. Die Anlage wurde 1981 gebaut und erfüllt längst …
Eine neue Kläranlage für Asel muss her - sonst droht der Entzug der Erlaubnis

Ein Millionenschaden: Szenen nach dem Großbrand in Allendorf

Am vergangenen Dienstag kam es zu einem Großbrand in einer Fertigungshalle einer Haustechnik- und Maschinenbaufirma in Allendorf-Battenfeld.
Ein Millionenschaden: Szenen nach dem Großbrand in Allendorf

Wasserkraftwerk soll bei Frankenberg bald eine Million Kilowattstunden Strom aus der Eder holen

Strom aus der Eder: Im Frankenberger Stadtteil Viermünd entsteht ab August ein Wasserkraftwerk, das demnächst eine Million Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen soll. 
Wasserkraftwerk soll bei Frankenberg bald eine Million Kilowattstunden Strom aus der Eder holen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.