Rausch aus dem Backregel

Von Christian Reinartz und Helmut Krmler Landkreis. Heroin, Kokain, LSD wer das Zeug konsumiert, begeht ein Verbrechen. Jugendliche der

Von Christian Reinartz und Helmut Krmler Landkreis. Heroin, Kokain, LSD wer das Zeug konsumiert, begeht ein Verbrechen. Jugendliche der Region experimentieren deshalb mit frei verkuflichen Stoffen, um an einen Rausch zu kommen. Neuster Trend: Mohn-Milch. Jetzt warnen Drogenberater vor den Folgen.

Den Rausch aus dem Supermarkt gibts fr gerademal fnf Euro. Soviel kostet in etwa ein Kilogramm Mohn in der Backabteilung. Immer mehr Jugendliche kaufen die kleinen schwarzen Samen, legen sie stundenlang in Milch ein und seihen diese dann ab. Die brig gebliebene Mohn-Milch trinken sie in kleinen Schlucken und holen sich so einen echten Opium-Rausch.Bei den Drogenberatungen ist das Problem zumindest bekannt. Wir warnen vor solchen Experimenten, sagen die Experten: Denn sie sind nicht beherrschbar. hnlich gefhrlich sieht man die Sache bei der Jugendberatung und Suchthilfe in Frankfurt . Die Jugendlichen knnen die Risiken gar nicht abschtzen, so Gerhard Klaen, Drogenberater.

Lebensgefhrlicher Rausch

In der Haut der Mohnkapseln stecken die berauschenden Stoffe. Bei der maschinellen Ernte gelangen immer hufiger Teile davon in die Mohnsamen-Masse.Mglich wird der Rausch, weil auch im Backmohn immer kleine Mengen Opium vorhanden sind. Whrend der Verzehr des Backmohns frher meist ungefhrlich war, steigt nun der Opiumgehalt immer mehr an. Davor warnt sogar das hessische Verbraucherschutzministerium auf seiner Homepage. Dort heit es: Analysen belegen aber, dass die Morphingehalte von Speisemohn stark variieren und in letzter Zeit offensichtlich angestiegen sind. Der Grund: Durch immer hufigere maschinelle Ernte wird der Samen mit Bruchstcken der Mohnkapseln und dem Milchsaft der Pflanze verunreinigt. Beides enthlt die berauschenden Opium-Alkaloide in hoher Konzentration. In ungnstigen Fllen knnen damit ber Lebensmittel Morphinmengen aufgenommen werden, die im therapeutischen Bereich liegen, warnt das Ministerium weiter. Eine berwachung oder echte Grenzwerte gibt es zur Zeit nmlich noch nicht.Und genau das machen sich die Jugendlichen zu Nutze. Und spielen dabei mit ihrem Leben. Das ist wie russisches Roulette, warnt Rdiger Hillmann, Chemiker vom Giftinformationszentrum in Mainz: Die Jugendlichen fallen da in narkosehnliche Zustnde und knnen sogar einen Atemstillstand erleiden. Besonders schlimm: Niemand kann einschtzen, wieviel Opium wirklich im Backmohn enthalten ist. Die bisher gemessenen Werte reichten, so Hillmann, von winzig kleinen Mengen bis hin zu 330 Milligramm pro Kilo Mohn. Hillmann: Die tdliche Dosis liegt aber schon bei etwa 200 Milligramm.

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