Rechtsextremismus ist Thema an der Alten Landesschule in Korbach

Hannah Köhler, Ramón Weinreich, Mattis Wiesemann und Tim Schens (v. l.) haben in Vertretung für die Jahrgangsstufe 11 der Alten Landesschule Korbach Fragen zum Vortrag "Rechtsextremismus bekämpfen" an den Vortragenden Manuel Glittenberg (Mitte) gestellt.
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Hannah Köhler, Ramón Weinreich, Mattis Wiesemann und Tim Schens (v. l.) haben in Vertretung für die Jahrgangsstufe 11 der Alten Landesschule Korbach Fragen zum Vortrag "Rechtsextremismus bekämpfen" an den Vortragenden Manuel Glittenberg (Mitte) gestellt.

Die Alte Landesschule (ALS) präsentierte in der Aula eine Informationsausstellung über Rechtsextremismus. Die Ausstellung "Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen" ist kostenfrei bis zum 28. September zu besichtigen.

Korbach - Zur Eröffnung der Ausstellung "Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen" gab es für die Jahrgangsstufe 11 einen Vortrag über Rechtsextremismus des Soziologen, Beraters und Trainers Manuel Glittenberg. Beides organisierte der an der ALS tätige Politiklehrer Johannes Grötecke.

Manuel Glittenberg arbeitet hauptberuflich für die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik, berät Kommunen, Gemeinden, Schulen und ist freier Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung – Landesbüro Hessen. Glittenberg schilderte aktuelle Erscheinungsformen des Rechtsextremismus, kritische Perspektiven, demokratische Handlungsoptionen und verband so Theorie und Praxis.

Der Soziologe zerlegte typische rechte Argumentationsschemen und führte den Schülern fundierte Gegenargumente auf. Soziale Missstände förderten rechtes Gedankengut. Migration sei das zentrale politische Thema rechter Parteien. Er kritisierte, dass diese Themen von den Medien und anderen Parteien aufgenommen und publiziert würden. Dadurch erreichten rechte Parteien ungewollte Aufmerksamkeit. So treibe zum Beispiel die AFD die anderen Parteien vor sich her und würde diese so zwingen, auch rechte Politik zu vertreten.

Der Rechtsextremismus stelle die demokratische Grundordnung in Frage. Wer rechte Parteien wähle, sorge für ein Klima der Angst. Das einzelne Individuum habe in der rechten Weltanschauung keine Bedeutung, sondern ausschließlich die Gemeinschaft. So polarisiere Rechtsextremismus ganze Gemeinschaften. Weiter wurden die sprachlichen Merkmale rechts denkender Menschen und demokratisch richtiges persönliches Verhalten gegenüber diesen behandelt.

Manuel Glittenberg erläuterte Begriffe wie "Anti-Abschiebe-Industrie" und "Asyltourismus". Weiter ging er in seinem Vortrag auf die NSU-Morde in Hessen ein und schilderte das durch Vorurteile entstandene Versagen der Ermittlungsbehörden. Auf die Demonstrationen in Chemnitz von Schülern angesprochen meinte Glittenberg: Die sächsische Polizei habe nicht durchgegriffen und versäumt, von außen Hilfskräfte anzufordern. Die politischen Verantwortungsträger hätten im Vorfeld die Situation nicht richtig ernst genommen.

Die Ausstellung "Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen" ist kostenfrei und bis zum 28. September jeweils von 8 bis 17 Uhr in der Aula der Alten Landesschule für die Öffentlichkeit zugänglich.

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