Regionale Apotheken wieder stärken

Apotheker und Kollegin beraten Kundin

Dr. Edgar Franke fordert Versandverbot für Arzneimittel im Internet. Regionale Apotheken sollen wieder gestärkt werden.

Waldeck-Frankenberg. Grund zur Freude für Internetapotheken: Der Europäische Gerichtshof löst die Preisbindung für Medikamente in Deutschland.Grund sei der Verstoß gegen den freien Warenverkehr. Damit sei  die Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneien unzulässig. Durch das im Oktober ergangenes Urteil des Europäischen Gerichtshofs sind ausländische Versandapotheken nicht mehr an die einheitlichen Apothekenabgabepreise gebunden. In Form von Boni und Rabatten können sie ihre Arzneimittelpreise frei gestalten und haben so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber heimischen Apotheken. Auf diese Entscheidung muss die Politik angemessen reagieren, da sonst einige Apotheken in ihrer Existenz bedroht sind, teilt Dr. Edgar Franke mit."Seit jeher setze ich mich für eine flächendeckende Versorgung durch Hausärzte und Apotheken ein - vor allem in ländlicher Regionen", so der norhdessische bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Gesundheitsausschusses. Die Rahmenbedingungen für Boni und Rabatte sollten nunmehr im Sozialgesetzbuch festgelegt werden, um einen fairen Wettbewerb von niedergelassenen Apotheken und Versandapotheken zu gewährleisten. "Das ist eine pragmatische und vor allem schnelle durchsetzbare Lösung", erklärt der SPD-Politiker.Zudem sollten Beratungsleistungen, durch die sich klassische Apotheken auszeichnen, besser honoriert werden als bisher. Sei es beim Medikationsplan oder beim Notdienst.Apothekerkreise hingegen fordern ein grundsätzlich Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat daraufhin einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der ein solches Verbot vorsieht.

"Nicht nur junge Leuten nutzen den Versandhandel. Gerade Ältere und weniger mobile Menschen, auch in strukturschwachen Gebieten wollen auf die Möglichkeiten des Versandhandels im digitalen Zeitalter nicht mehr verzichten. Diese Entwicklung ist unumkehrbar", sagt der Gesundheitsexperte."Es ist richtig, und es ist gut, dass Bundesminister Gröhe zügig einen Gesetzentwurf für ein Versandhandelverbot bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln vorgelegt hat. Ein umgehendes Verbot ist die konsequente Lösung, die es jetzt braucht, um wieder faire Wettbewerbsbedingungen für die Präsenz-Apotheken herzustellen und die Versorgung in der Fläche zu sichern", betont Friedemann Schmidt, Präsident der  ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V..

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