Reize und Risiken

Waldeck-Frankenberg. Das Internet ist inzwischen zu einem wichtigen Teil des Lebens von Jung und Alt geworden. Selbst in Zeitungen, Zeitschriften und

Waldeck-Frankenberg. Das Internet ist inzwischen zu einem wichtigen Teil des Lebens von Jung und Alt geworden. Selbst in Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen wird immer mehr auf Zusatzinformationen im Internet verwiesen. Viele Produkte, Bahn- und Flugtickets, Reise- oder Produktinformationen gibt es nur noch unter www .

Der Medienpdagogische Forschungsverband Sdwest hat krzlich eine Studie zum Medienverhalten Jugendlicher verffentlicht.

Mediale Grundausstattung

Handy, Internet und Spielekonsolen gehren heute zur Grundausstattung fast aller Jugendlichen. Mittlerweile sind 100 Prozent aller Haushalte mit Handys und Computern ausgestattet, 98 Prozent haben einen Internetzugang. Der Fernseher ist mit 97 Prozent auf dem dritten Platz der Beliebtheit.

Die technischen Mglichkeiten fr Jugendliche sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Die Beschftigung mit Medien nimmt einen breiten Raum in der Freizeitgestaltung der 12 bis 19-Jhrigen ein.

Fernsehen, Handy, Internet und Radio werden meistens tglich genutzt. Der MP3 Player ist bei 83 Prozent stndiger Begleiter auf allen Wegen. Musik hren und das Internet nutzen sind bei den befragten Jugendlichen oberste Freizeitaktivitt. Das Fernsehen liegt aber noch hoch im Kurs. Das Programm von Pro 7 ist bei jungen Leuten der Renner. Die Nutzung von Bchern hat sich in den letzten 10 Jahren kaum verndert. Immerhin lesen noch 40 Prozent aller Jugendlichen gelegentlich ein Buch, wobei die Mdchen klar in Fhrung liegen. Und es gibt deutliche Differenzen je nach Bildungshintergrund.

Internetnutzung nimmt zu

72 Prozent aller Jugendlichen haben einen Computer und 54 Prozent haben einen persnlichen Internetzugang (Stand Juni 2009). Die durchschnittliche Nutzungsdauer des Computers liegt nach eigenen Schtzungen von Jugendlichen bei durchschnittlich 134 Minuten pro Tag, ein Anstieg um 17 Minuten gegenber dem Vorjahr.

Die Jngeren liegen deutlich unter der durchschnittlichen Nutzungsdauer, die lteren deutlich darber.

Informationsbeschaffung mit Suchmaschinen ist gefragt. Das Internet wird auch zum Lernen genutzt. Videoportale oder Onlinespiele (hauptschlich von Jungen) gespielt. Jungen spielen durchschnittlich 98 Minuten pro Tag, am liebsten Actionspiele und neigen dazu, es mit der Altersbegrenzung nicht so genau zu nehmen. Mdchen spielen lieber Strategiespiele.

Online Communities Das Netz vergisst nichts

Das zentrale Nutzungsmotiv aber ist eindeutig die Kommunikation, mit so genannten Messengern wie ICQ oder MSN oder Online Communities, sozialen Netzwerken wie Facebook, Schler VZ, Lokalisten, My Space, die von rund 85 Prozent regelmig aufgesucht werden. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Intensitt der Nutzung derartiger Portale drastisch erhht. Man plaudert, tauscht Neuigkeiten aus, lstert und hat einfach nur Spa. Man trifft Freunde, ist aber gleichzeitig global unterwegs.

Viele nutzen mehrere Communities gleichzeitig. Die Portale sind hufig rund um die Uhr geffnet, um nichts zu verpassen. Das ist heute Pflicht, da wird alles geplant. Je mehr Kontakte man vorweisen kann, desto angesehener ist man im Freundeskreis.

Oft bleibt beim Austausch mit Online-Bekanntschaften der Schutz der Privatsphre aber auf der Strecke. In den hinterlegten Profilen werden meist ganz freizgig detaillierte persnliche Daten, Informationen ber Hobbys und Vorlieben, Fotos und Filme hinterlegt, Freundeslisten gefhrt und vernetzt. Details ohne Grenzen. So ist man stndig auf dem Laufenden, was die angeschlossene Internetgemeinde gerade treibt.

Soziale Netzwerke sind mittlerweile Goldgruben fr die Werbeindustrie und Datenhndler. Ob die hinterlegten Informationen von jedem Nutzer des Internets eingesehen werden knnen, hngt zunchst davon ab, ob und wie die Privacy Option aktiviert wurde, das heit, man kann den Kreis der Zugriffe auf ausgewhlte Kontakte beschrnken. Selbst wenn nur die Option nur meine Freunde aktiviert wurde, ist bei einer durchschnittlichen Anzahl von 144 Freunden und bei der Tendenz vieler zur Selbstdarstellung nicht wirklich von Privatsphre zu sprechen.

Viele gehen sehr sorglos mit persnlichen Daten um, man verliert bei der Menge der Kontakte schnell den berblick. Ungefhr die Hlfte der Nutzer haben die Privacy Einstellungen berhaupt nicht aktiviert. Mittlerweile herumgesprochen hat sich aber, dass bei Bewerbungen im Internet geforscht wird, und manche uerung oder Fotos aus der Vergangenheit ist einem Bewerber schon zum Verhngnis geworden.

Bei vielen Anbietern ist der Datenschutz auch alles andere als verbraucherfreundlich und bietet nur eine vermeindliche Anonymitt. Immer wieder berichten Betroffene in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen von Missbrauch ihrer Daten. Es kommt hufig vor, dass die Netzwerke mehr Daten sammeln, als sie fr die Anmeldung brauchen, das Juristendeutsch in den allgemeinen Geschftsbedingungen versteht kaum jemand. Bei einem Netzwerk heit es: Wir knnen deine Anwendungen, Inhalte und Daten zu jeglichem Zweck einschlielich kommerziellen Zwecken analysieren.

E-Mail Adressenlisten werden durchforscht und gespeichert. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat diesbezglich im Juli 2009 fnf bekannte soziale Netzwerke abgemahnt. Die Bedeutung digitaler Netzwerke nimmt aber stndig zu.

Eltern sind gefragt, besonders jngeren Kindern bei ihrem Internetverhalten mal ber die Schulter zu schauen. Knftig sollte Medienkompetenz auch auf den Lehrplnen der Schulen stehen, damit dem Spa an der virtuellen Welt nicht irgendwann ein bses Erwachen folgt. Den glsernen Menschen gibt es bereits, wie der Spiegel titelt (Ausgabe 2/2010): Google - der Konzern, der mehr ber Sie wei als Sie selbst.

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